Ulrich Siegmund ist Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt und war Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl am 6. September 2026, bei der er das Amt des Ministerpräsidenten anstrebte. Die AfD wurde mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft, verfehlte nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis aber die absolute Mehrheit: Sachsen-Anhalt: Briefwahl kostete der AfD die absolute Mehrheit.
Person und Werdegang
Ein Porträtfilm des Deutschland-Kuriers begleitet Siegmund über mehrere Monate im Wahlkampf und in seiner Heimatstadt Tangermünde an der Elbe. Darin erzählt er, dass drei seiner vier Großeltern aus ehemaligen deutschen Ostgebieten wie Schlesien stammen, und trennt deren Fluchterfahrung ausdrücklich von der heutigen Migrationsdebatte: Macht. Mensch. Siegmund..
Im Podcast {ungeskriptet}, aufgenommen am 3. August 2026, sprach Siegmund fast vier Stunden lang unter anderem über seinen Weg vom CDU-Mitglied zum Gründungsmitglied der AfD, seinen Einzug in den Landtag und Remigration; die Beschreibung des Podcasts nennt ihn 35 Jahre alt. Ein geplantes gemeinsames Gespräch mit Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) kam laut dem Moderator nicht zustande, weil dessen Büro absagte: Der gefährlichste Mann Deutschlands: Ulrich Siegmund.
Vor der Wahl wurde öffentlich über Siegmunds Studienabschluss spekuliert, unter anderem in einem MDR-Bericht. Laut einem COMPACT-Beitrag veröffentlichte die Junge Freiheit daraufhin ein Zertifikat der Europäischen Fernhochschule Hamburg, wonach er dort im Studiengang Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie eine Bachelorarbeit über Duftmarketing mit der Note 2,4 abgeschlossen hat.
Laut einem Beitrag der ARD-Sendung Monitor stuft der Verfassungsschutz den AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem ein; ein kommentierendes Video stellt diese Einstufung infrage. Ein weiteres Video verweist darauf, dass ein Mitarbeiter Siegmunds früher der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ angehörte, was in der Berichterstattung regelmäßig thematisiert werde.
Positionen
Im Landtag stellte Siegmund im März 2026 einen Antrag seiner Fraktion für eine Arbeitspflicht für Asylbewerber vor und berief sich dabei auf Paragraf 5 des Asylbewerberleistungsgesetzes. In der Debatte geriet er mit dem Grünen-Abgeordneten Sebastian Striegel aneinander: Grüne geht Ulrich Siegmund an.
Auf einem Landesparteitag am 11. Juli 2026 in Magdeburg stellte er nach Angaben von COMPACT ein Zehn-Punkte-Sofortprogramm für die ersten 100 Tage einer Regierungsbeteiligung vor. Genannt wurden die Kündigung des Rundfunkbeitrags über den Medienstaatsvertrag, mehr Abschiebehaftplätze für verstärkte Abschiebungen und eine Arbeitspflicht für Asylbewerber: AfD-Machtübernahme: So werden die ersten 100 Tage.
Im Werbefilm der AfD Sachsen-Anhalt nennt Siegmund Abschiebungen, die Finanzierung von Schulen und Krankenhäusern sowie die Energiepolitik als Handlungsfelder und wirbt für ein Deutschland, das er als „gut, alt und sicher“ beschreibt: Der offizielle Werbefilm zur Landtagswahl. Ein Monitor-Beitrag zitiert ihn mit dem Ziel, „zurück zum alten, sicheren Deutschland“ zu wollen.
Dem Fachkräftemangel will die AfD langfristig mit einer „Geburtenwende“ begegnen; darüber stritt Siegmund im August 2026 mit dem heute-show-Reporter Fabian Köster (mehr auf der Themenseite Fabian Köster). Für den Fall einer Regierungsbeteiligung kündigte er an, eine Taskforce zur rechtsstaatlichen Durchsetzung von Maßnahmen einzurichten.
Wahlkampf 2026
März 2026: Ein Selfie, das Siegmund nach einem Landtagsbesuch mit Schülerinnen des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums Osterburg veröffentlichte, löst eine Debatte aus. Der MDR-Journalist Gunnar Breske fragt nach der Einwilligung; das Landesschulamt bestätigt, dass ein MDR-Team vor Ort war, aber keine Drehgenehmigung erhielt: Skandal-Selfie mit Ulrich Siegmund.
Juli 2026: In Bitterfeld geht Siegmund am 6. Juli auf Gegendemonstranten zu, die ein Gespräch ablehnen; ein im Juli veröffentlichtes Video aus Arneburg zeigt einen längeren Wortwechsel mit Demonstranten über Migration, Abschiebungen und die Förderung von Vereinen: Ulrich Siegmund geht zur Antifa und Linke Demo kontert Siegmund. NiUS berichtet zudem über ein Interview von Markus Lanz mit Siegmund und über dessen Ankündigung, im Fall eines Wahlsiegs aus dem Medienstaatsvertrag auszusteigen.
20. August 2026: Der CDU-Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe, Bernd Prange, spendet nach eigenen Angaben insgesamt 10.000 Euro an die AfD; Siegmund hatte die Spende zuvor öffentlich thematisiert, bevor der Name des Spenders bekannt war. Am selben Tag erscheint das Streitgespräch mit Fabian Köster: CDU-Beben! Bürgermeister spendet 10.000 Euro an AfD.
22. August 2026: Ein Video zeigt Siegmund in Bad Dürrenberg mit dem dortigen CDU-Bürgermeister Christoph Schulze. Siegmund erklärt, die AfD suche vor einer möglichen Regierungsübernahme das Gespräch mit Bürgermeistern im ganzen Land: Mit Uli: Nächster CDU-Bürgermeister gegen Brandmauer.
23. August 2026: In Quedlinburg findet die vierte Simson-Ausfahrt mit Siegmund im Wahlkampf statt; die Teilnehmerzahlen im Video sind nicht offiziell bestätigt: Simson-Ausfahrt mit Ulrich Siegmund in Quedlinburg.
24. August 2026: COMPACT zeigt ein Video, in dem Siegmund Pflegekräfte dazu aufruft, dafür zu sorgen, dass Heimbewohner bei der Briefwahl selbstständig abstimmen können. Den Verdacht der Einflussnahme in einzelnen Einrichtungen belegt er nicht konkret: Briefwahl: So soll Siegmund der Sieg gestohlen werden.
31. August 2026: Bei einem Infostand in Eilsleben spricht Siegmund die Fahrerin eines Busses der Initiative Adenauer SRP+ an, der seiner Wahlkampftour gefolgt war; die Polizei lässt den Bus umparken: Adenauer SRP Bus verfolgt Siegmund.
Kurz vor der Wahl: Herbert Grönemeyer tritt im Rahmen der Initiative „Gemeinsame Sache“ im Magdeburger Dom auf, eine INSA-Umfrage sieht die AfD nahe einer absoluten Mehrheit: Grönemeyer mit Hammer-Ansage an Siegmund. Beim Wahlkampfabschluss in Magdeburg nennt Siegmund die absolute Mehrheit als Ziel; ohne sie rechnet er mit einer CDU-geführten Koalition mit Grünen und Linken, deren Scheitern und einer Neuwahl: AfD-Wahlkampfabschluss in Magdeburg.
Landtagswahl am 6. September 2026
Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte die AfD 43,8 Prozent der Zweitstimmen. Die CDU kam laut Hochrechnungen von ARD und ZDF auf 17,2 Prozent, die Linke auf 9,3, die Grünen auf 8,7, die SPD auf 8,4 und die FDP auf 2,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag laut Berichten bei rund 80 Prozent.
Siegmund sah seine Partei am Wahlabend in einem klaren Regierungsauftrag und kündigte an, allen demokratischen Kräften die Hand auszustrecken. CDU, SPD, Grüne und Linke schlossen eine Zusammenarbeit mit der AfD erneut aus; Ministerpräsident Sven Schulze kündigte an, im Amt bleiben zu wollen: Best Of Landtagswahl Sachsen-Anhalt. In einem Gespräch mit Tilo Jung wurde Siegmund darauf angesprochen, dass 1932 im Freistaat Anhalt mit Alfred Freyberg erstmals ein NSDAP-Politiker Ministerpräsident wurde; laut Deutschland-Kurier ging er inhaltlich nicht darauf ein: Wahlbeben in Sachsen-Anhalt.
An der Urne kam die AfD laut Statistischem Landesamt auf 51,2 Prozent, bei der Briefwahl auf 24,3 Prozent. INSA-Chef Hermann Binkert wertete einen solchen Unterschied nicht als Anzeichen für Manipulation. AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel forderte dagegen, alle Wahlbezirke neu auszuzählen: Wahlbetrug? Alice Weidel: „Die Sachsen-Anhalt Wahl neu auszählen lassen!“.
Häufige Fragen
Wer ist Ulrich Siegmund?
Ulrich Siegmund ist Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt und war Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl am 6. September 2026. Seine Heimatstadt ist Tangermünde; nach eigener Schilderung war er CDU-Mitglied, bevor er Gründungsmitglied der AfD wurde.
Ist Ulrich Siegmund Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt?
Die Beiträge auf linke.de sind hier nicht einheitlich. Die meisten nennen ihn Fraktionsvorsitzenden der AfD im Landtag, einige auch Landesvorsitzenden; ein COMPACT-Beitrag vom August 2026 führt dagegen Martin Reichardt als Landesvorsitzenden.
Wie hat die AfD unter Siegmund bei der Landtagswahl 2026 abgeschnitten?
Die AfD wurde mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft, verfehlte die absolute Mehrheit aber. An der Urne erreichte sie 51,2 Prozent, bei der Briefwahl 24,3 Prozent.
Kann Ulrich Siegmund Ministerpräsident werden?
Nach der Wahl schlossen CDU, SPD, Grüne und Linke eine Zusammenarbeit mit der AfD aus, die CDU kündigte an, keine offiziellen Koalitionsgespräche mit ihr zu führen. Ohne eigene Mehrheit kann die AfD deshalb keine Regierung allein bilden; wie die Regierungsbildung erfolgen soll, war am Wahlabend offen.
Was plant Siegmund für die ersten 100 Tage?
Ein Zehn-Punkte-Sofortprogramm, das er am 11. Juli 2026 vorstellte. Genannt wurden die Kündigung des Rundfunkbeitrags über den Medienstaatsvertrag, mehr Abschiebehaftplätze und eine Arbeitspflicht für Asylbewerber. Beim Wahlkampfabschluss kündigte er außerdem Abschiebungen ab dem ersten Tag und Investitionen im Inland an.
Was sagte Siegmund zur Briefwahl?
Vor der Wahl rief er Pflegekräfte auf, darauf zu achten, dass Heimbewohner selbstständig per Brief abstimmen, und äußerte den Verdacht der Einflussnahme in einzelnen Einrichtungen, ohne ihn konkret zu belegen. Nach der Wahl forderte AfD-Chefin Alice Weidel wegen des Unterschieds zwischen Urnen- und Briefwahl eine Neuauszählung.
Worüber stritten Siegmund und Fabian Köster?
Über die Migrations- und Fachkräftepolitik der AfD: die Formulierung zu „kulturfremden“ Fachkräften im Wahlprogramm, die „Geburtenwende“ gegen den Fachkräftemangel und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Meldung dazu erschien am 20. August 2026.
Stand
Stand: Oktober 2026. Diese Seite fasst die Meldungen auf linke.de zu Ulrich Siegmund zusammen und wird ergänzt, sobald neue Beiträge erscheinen.