
Der WDR-„Presseclub“ hat sich in seiner Sendung vom 25. Mai 2025 unter dem Titel „Jung, rechtsextrem, gewaltbereit – neue Gefahr für die Demokratie?“ mit rechtsextremen Jugendkameradschaften und deren mutmaßlicher Nähe zur AfD befasst. In einem gleichnamigen kritischen YouTube-Video wird die Sendung ausführlich kommentiert und der Umgang der Redaktion mit dem Thema als einseitig zulasten der AfD dargestellt.
Im Zentrum der Kritik steht eine Aussage des Journalisten Christian Fuchs von der Wochenzeitung „Die Zeit“, der im „Presseclub“ einen Zusammenhang zwischen rechten Jugendkameradschaften wie der sogenannten „Letzten Verteidigungswelle“ und der AfD herstellte. Fuchs bezeichnete solche Gruppen als mögliche „Straßen-SA“ für die Partei. Der Journalist Peter Welchering äußerte auf der Plattform X Zweifel an den Belegen für diese Aussage und forderte deren Offenlegung. Die Presseclub-Redaktion erklärte daraufhin, Fuchs habe der Redaktion detaillierte Belege vorgelegt, diese aber nicht öffentlich gemacht.
Später veröffentlichte der Presseclub auf Wunsch der X-Community und in Absprache mit Fuchs weitere Hintergründe. Demnach baue Patrick Schröder, laut den Angaben stellvertretender Vorsitzender der Partei „Die Heimat“ (vormals NPD) in Bayern, seit Anfang 2024 ein bundesweites Netzwerk von etwa 20 rechtsextremen Gruppen unter dem Namen „Active Clubs“ auf. Schröder habe demnach in einem Manifest sowie in einem Hintergrundgespräch mit der „Zeit“ erklärt, seine Gruppen leisteten „Vorfeldarbeit“ für die AfD, zu der er Kontakte unterhalte. Er erwarte im Gegenzug parlamentarische Unterstützung und Räume von der Partei.
Kritik an der Sendungsführung
Der Urheber des Videos wirft der Sendung vor, ein rhetorisches Ungleichgewicht zu erzeugen: Während der CDU-Politiker Friedrich Merz im Wahlkampf von „grünen und linken Spinnern“ gesprochen habe, ohne dass dies im „Presseclub“ vergleichbar kritisch eingeordnet worden sei, werde die AfD durchgehend in die Nähe von gewaltbereitem Extremismus gerückt. Er kritisiert zudem, dass Fuchs ihn selbst in einem „Zeit“-Artikel als „extremrechten Influencer“ bezeichnet habe, ohne dass dies hinterfragt worden sei.
Der Video-Autor bemängelt außerdem, dass die im „Presseclub“ diskutierte Wählerwanderung von rechtsextremen Kleinparteien wie NPD oder „Der Dritte Weg“ hin zur AfD im Gespräch als Beleg für eine Radikalisierung der AfD gedeutet werde. Er wertet diese Entwicklung dagegen als Zeichen einer Mäßigung der betreffenden Wählergruppen. Die Sendung habe zudem den islamistisch motivierten Messerangriff auf Barbesucher in Bielefeld vom 21. Mai 2025, bei dem laut Recherchen des „Spiegel“ ein tatverdächtiger Syrer mit Sympathien für den „Islamischen Staat“ festgenommen wurde, nicht thematisiert.
Originalbeitrag von Clownswelt


