
Alice Weidel hat als Bundessprecherin der AfD auf dem 17. Bundesparteitag der Partei in Erfurt einen Tätigkeitsbericht des Bundesvorstandes für die Jahre 2025 und 2026 vorgetragen. In ihrer Rede unter dem Motto „Neustart für Deutschland“ zog Weidel eine Bilanz der vergangenen Wahlkämpfe und ordnete die politische Entwicklung der Partei seit der Europawahl 2024 ein.
Weidel erinnerte zunächst an gewaltsame Ausschreitungen bei früheren Parteiveranstaltungen, darunter der Gründungskongress der Jugendorganisation in Gießen, der Bundesparteitag in Riesa im Januar 2025 und der Parteitag in Essen zwei Jahre zuvor. Dabei seien jeweils zahlreiche Polizeibeamte verletzt worden. Sie warf der Bundesregierung vor, zu Protesten gegen die parlamentarische Opposition aufgerufen zu haben, und bezeichnete die gesellschaftliche Stimmung als „vergiftet“. Zugleich verwies sie darauf, dass Parteitage laut Paragraphen 9 und 11 des Parteiengesetzes gesetzlich vorgeschrieben seien.
Wahlergebnisse als Erfolgsbilanz
Die Bundessprecherin listete mehrere Wahlergebnisse der Partei auf: Bei der Europawahl 2024 habe die AfD bundesweit 15,9 Prozent erreicht, nach 11 Prozent im Jahr 2019. Bei den Landtagswahlen im Osten habe die Partei in Thüringen mit 32,8 Prozent erstmals die stärkste Kraft gestellt, in Sachsen mit 30,6 Prozent den zweiten Platz knapp hinter der CDU belegt und in Brandenburg fast 30 Prozent erzielt. Bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 habe die AfD laut Weidel 20,8 Prozent der Stimmen und 152 Sitze erreicht und sei damit zweitstärkste Kraft im Bundestag geworden. Für einen direkten Regierungsanspruch habe es jedoch keine Mehrheit gegeben, da alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit ablehnten.
Weidel ging zudem auf den Bundestagswahlkampf 2025 ein, in dessen Rahmen ein 177 Seiten umfassendes Wahlprogramm unter dem Titel „Zeit für Deutschland“ erarbeitet worden sei. Sie verwies auf eine Wahlkampfveranstaltung in Halle mit rund 5000 Besuchern, bei der unter anderem der österreichische FPÖ-Politiker Herbert Kickl sowie der US-Unternehmer Elon Musk per Videoschaltung aufgetreten seien. Anhand einer Grafik zur Wählerwanderung erklärte Weidel, die AfD habe überdurchschnittlich viele Stimmen aus der Arbeiterschaft sowie aus dem Lager anderer Parteien gewinnen können.
Nationalfarben und Grundsatzprogramm
Weidel kritisierte die CDU scharf, nachdem deren Vorsitzende ihrem Generalsekretär bei einer früheren Gelegenheit eine schwarz-rot-goldene Fahne aus der Hand gerissen habe. Die AfD habe daraufhin ihre Parteiveranstaltungen bewusst in den Nationalfarben gestaltet, etwa den Parteitag in Riesa und die Wahlkampfveranstaltung in Halle. Dies habe sich auch in kommunalpolitischen Initiativen zur Beflaggung öffentlicher Gebäude niedergeschlagen.
Abschließend kündigte Weidel eine Überarbeitung des Grundsatzprogramms der Partei an, die im kommenden Jahr verabschiedet werden solle. Sie rief die Delegierten dazu auf, angesichts des Vertrauens der Wähler Demut zu zeigen. Aktuelle Umfragewerte sah sie bundesweit bei 28 bis 29 Prozent, in den ostdeutschen Bundesländern bei über 40 Prozent.
Video-Beschreibung
Beim AfD-Parteitag in Erfurt hält die bisherige Co-Parteichefin Alice Weidel eine Rede.
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Originalbeitrag von phoenix


