
Ein neuer Wehrdienst-Fragebogen sorgt in sozialen Medien für Diskussionen, nachdem eine 17-jährige Transfrau namens Jessica in einem Video berichtete, trotz vollzogener Namens- und Personenstandsänderung einen entsprechenden Erfassungsbrief der Bundeswehr erhalten zu haben. Der Fall wurde von einem Kommentator aufgegriffen, der die Angelegenheit einordnete und zugleich seine ablehnende Haltung gegenüber der Transidentität der Betroffenen deutlich machte.
Hintergrund ist der zum Jahreswechsel startende neue Wehrdienst, in dessen Rahmen das Bundeswehr-Personalamt ab Januar Fragebögen zur Wehrerfassung an frisch 18-Jährige verschickt. Die Briefe enthalten einen Text, einen 16-stelligen Code sowie ein QR-Feld, über das Betroffene zur Seite www.deinwehrdienst.de weitergeleitet werden. Grunddaten wie Name, Geburtsdatum und Adresse sind laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung bereits vorausgefüllt, da sie von den Meldebehörden stammen. Während Frauen den Fragebogen freiwillig ausfüllen können, sind Männer dazu verpflichtet.
Bußgeld und Musterungspflicht
Wer der Pflicht auch nach einer Erinnerung nicht nachkommt oder falsche Angaben macht, begeht laut einem Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums gegenüber dem Evangelischen Pressedienst eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro geahndet werden kann. Junge Männer sind zudem verpflichtet, zu einer Musterung zu erscheinen. Bleiben sie einem entsprechenden Termin unentschuldigt fern, kann nach Angaben des Ministeriums die Polizei eingeschaltet werden, um die Betroffenen vorzuführen. Die Feldjäger als Militärpolizei der Bundeswehr sollen dabei nicht zum Einsatz kommen. In bestimmten Fällen besteht die Möglichkeit, auf Antrag von der Musterung befreit zu werden.
Der Kommentator äußerte die Auffassung, dass eine diagnostizierte Geschlechtsdysphorie aus seiner Sicht grundsätzlich zu einer Ausmusterung führen sollte, da psychische Erkrankungen generell als Ausschlussgrund für den Wehrdienst gelten. Er kritisierte zugleich das an ihn gerichtete Wehrpflicht-Konzept als unausgereift und äußerte Zweifel, ob die Wiedereinführung wehrpflichtähnlicher Elemente das zugrunde liegende Problem eines aus seiner Sicht fehlenden gesellschaftlichen Bewusstseins für Patriotismus lösen werde.
Zielzahlen der Bundeswehr
Dem zugrunde liegenden Gesetz zufolge soll die Bundeswehr 2026 zwischen 186.000 und 190.000 aktive Soldatinnen und Soldaten umfassen. Bis 2035 soll diese Zahl auf 255.000 bis 270.000 steigen. Aktuell verfügt die Bundeswehr über rund 183.000 aktive Soldatinnen und Soldaten.
Originalbeitrag von Morgenstern NEWS


