Ein Europaabgeordneter hat sich in einer ungewöhnlich direkten Videobotschaft an die deutsche Jugend gewandt und dabei scharfe Kritik an den aktuellen Diskussionen über eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht geübt. In seiner Ansprache warnt er junge Menschen davor, sich von politischen Versprechungen locken zu lassen, die den Wehrdienst als "sinnstiftende Tätigkeit" bewerben.
Der Politiker kritisiert insbesondere Verteidigungsminister Boris Pistorius und andere Befürworter einer neuen Wehrpflicht, die seiner Ansicht nach versuchen, junge Menschen mit finanziellen Anreizen wie Führerscheinzuschüssen oder kostenlosen Bahnfahrten in Uniform zu ködern. Er wirft der Politik vor, dass junge Wähler letztendlich keinen entscheidenden Einfluss auf Wahlergebnisse hätten, während ältere Politiker über ihre Zukunft bestimmten.
Besonders scharf geht der Abgeordnete mit der EU-Kommission ins Gericht, die seiner Darstellung nach erklärt habe, dass Umweltauflagen für Rüstungskonzerne die Verteidigungsbereitschaft schwächen würden. Er sieht darin einen Widerspruch zur Klimapolitik und wirft der älteren Generation vor, der Jugend bei wichtigen Zukunftsthemen wie Rente und Klimaschutz keine angemessene Unterstützung zu bieten.
Als Alternative zu einer allgemeinen Wehrpflicht schlägt der Politiker vor, stattdessen eine "Wehrpflicht für Bonzenkinder" einzuführen, die von den Gewinnen der Rüstungsindustrie profitieren würden. Abschließend ruft er zur Teilnahme an einem "Schulstreik gegen Wehrpflicht" am 5. Dezember auf und bietet über seine Homepage sogar Entschuldigungen für Schüler an, die an diesem Protest teilnehmen möchten.
Originalbeitrag von Martin Sonneborn
