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Morgenstern: ARD-Sommerinterview mit Weidel ist surreal

Veröffentlicht am 22. Juli 20252 Min. Lesezeit426 Wörter

Boris von Morgenstern analysiert das skandalöse ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel. Seine Reaktion auf die orchestrierte Störaktion und einseitige Moderation. Forderung: ÖRR abschalten!

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Alice Weidel, Bundessprecherin und Fraktionsvorsitzende der AfD, hat am 20. Juli 2025 dem ARD-Sommerinterview mit Markus Preiß, dem Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, gegeben. Das Gespräch fand im Freien vor dem Reichstagsgebäude in Berlin statt und wurde von Protesten begleitet: Gegendemonstranten, darunter das Zentrum für politische Schönheit mit einem Lautsprecherwagen sowie die Initiative Omas gegen Rechts, machten während der Aufnahme durch Rufe und Trillerpfeifen auf sich aufmerksam. Der Termin war zuvor über eine Pressemitteilung der ARD öffentlich angekündigt worden.

Während des Interviews warf Weidel Bundeskanzler Friedrich Merz vor, zentrale Wahlversprechen gebrochen zu haben, etwa zur Abschaffung des Heizungsgesetzes und zur angekündigten Migrationswende. Sie bezeichnete Merz in diesem Zusammenhang als „Lügenkanzler“ und verwies unter anderem auf eine Erhöhung der Einbürgerungsquote im CDU-regierten Berlin von 20.000 auf 40.000 Fälle. Preiß hielt ihr entgegen, dass auch die AfD im Wahlkampf weitreichende Versprechen gemacht habe, etwa eine massive Senkung der Einkommensteuer, die Abschaffung von Grund- und Erbschaftssteuer, niedrigere Energiepreise sowie eine Willkommensprämie von 20.000 Euro pro Baby. Er bezog sich dabei auf eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft, wonach diese Maßnahmen jährlich rund 149 Milliarden Euro gekostet hätten, und fragte nach der geplanten Gegenfinanzierung.

Streit um Finanzierung und Bürgergeld

Weidel erklärte, ihre Partei hätte keine zusätzlichen Schulden aufgenommen, sondern die Ausgaben im bestehenden Rekordhaushalt umgeschichtet. Als Beispiel nannte sie den Bundeshaushalt für Arbeit und Soziales in Höhe von rund 190 Milliarden Euro, in dem auch die Ausgaben für das Bürgergeld von etwa 50 Milliarden Euro enthalten seien. Sie behauptete, die Hälfte der Bürgergeldempfänger habe einen ausländischen Hintergrund und nie in das Sozialsystem eingezahlt, ein weiterer großer Teil habe einen Doppelpass. Diese Aussage wurde im Nachgang unter anderem von der Sendung „Die Morgenstern Show“ mit Verweis auf offizielle Statistiken infrage gestellt, wonach der Anteil der Bürgergeldbeziehenden ohne Migrationshintergrund bei rund 20 bis 25 Prozent liege.

Technische und organisatorische Fragen

Während des gesamten Interviews war im Hintergrund deutlich Lärm der Protestierenden zu hören, was das Verständnis der Fragen und Antworten zeitweise erschwerte. Die Kommentatoren der „Morgenstern Show“ kritisierten, dass die ARD das Interview trotz bekannter Ankündigung und vorhersehbarer Proteste nicht an einen ruhigeren Ort verlegt oder technisch besser abgeschirmt habe. Sie äußerten die Vermutung, dass die hörbaren Störgeräusche bewusst in Kauf genommen worden seien. Belege für eine gezielte Zusammenarbeit zwischen dem Sender und den Demonstranten wurden nicht vorgelegt.

Das ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel reiht sich in eine Serie von Gesprächen mit Spitzenpolitikern ein, zu denen auch ein Interview mit Bundeskanzler Friedrich Merz eine Woche zuvor gehörte. Die AfD ist nach der Bundestagswahl 2025 mit 151 Abgeordneten stärkste Oppositionsfraktion im Bundestag, während zugleich die Debatte über ein mögliches Verbotsverfahren gegen die Partei anhält.

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