Die Linke erlebt derzeit heftige interne Auseinandersetzungen um die Position ihrer langjährigen Ikone Gregor Gysi zum Nahostkonflikt. Parteiinterne Kritiker werfen dem 76-jährigen Politiker vor, zu israelfreundlich zu sein und fordern von ihm die Teilnahme an einem Antirassismus-Workshop. Die Kontroverse zeigt, wie tief der Israel-Palästina-Konflikt die Partei spaltet.
Auslöser der Debatte waren Äußerungen Gysis, in denen er Antisemitismus in der eigenen Partei beklagte und eine differenziertere Haltung zu Israel forderte. Dies stieß bei Teilen der Basis auf scharfe Kritik. Aktivisten und Mitglieder werfen dem ehemaligen Fraktionschef vor, palästinensische Stimmen zu ignorieren und rassistische Positionen zu vertreten.
Die Forderung nach einem Antirassismus-Workshop für Gysi verdeutlicht die Verhärtung der Fronten innerhalb der Linken. Während sich der Politiker bisher als Vermittler zwischen verschiedenen Lagern profilierte, sieht er sich nun selbst massiver Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Die Debatte offenbart grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über die außenpolitische Ausrichtung der Partei.
Für die ohnehin krisengeplagte Linke kommt dieser interne Streit zur Unzeit. Die Partei kämpft bereits mit schlechten Umfrageergebnissen und organisatorischen Problemen. Der Konflikt um Gysi und die Israel-Frage droht die Spaltung weiter zu vertiefen und könnte die Zukunft der Partei erheblich belasten.
Originalbeitrag von Morgenstern NEWS


