
Nach einem Messerangriff in Belfast ist es in der nordirischen Stadt zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Fahrzeuge und Gebäude, darunter staatlich finanzierte Asylunterkünfte, wurden in Brand gesetzt, Menschen mussten von der Feuerwehr aus brennenden Häusern gerettet werden. Auslöser war ein Video eines Messerangriffs, das im Internet kursierte und für den ein Mann aus dem Sudan verantwortlich gemacht wird. Das Opfer, ein 40- bis 50-jähriger Mann, erlitt schwere Verletzungen im Gesicht, am Hals und am Rücken und befindet sich weiterhin auf der Intensivstation.
Die nordirische Regierungschefin Michelle O'Neill verurteilte die Ausschreitungen scharf. Gruppen maskierter Männer, die Familien durch das Niederbrennen ihrer Häuser vertrieben, seien „nichts anderes als widerliche Feigheit“, schrieb sie auf der Plattform X. Auch der britische Premierminister Keir Starmer äußerte sich, wonach das Anzünden von Häusern ausländischer Mitbürger nicht die richtige Antwort auf die Tat sei. Der mutmaßliche Tatverdächtige, ein 30-jähriger Sudanese mit legalem Aufenthaltsstatus im Vereinigten Königreich, wurde festgenommen und sollte einem Richter vorgeführt werden.
Kritik an Berichterstattung
Im Video wird die zeitliche Abfolge der Medienberichterstattung zu dem Fall kritisiert. Demnach hätten große deutsche Medien wie Tagesschau, ZDF, Spiegel und FAZ zunächst nicht über den Messerangriff selbst berichtet. Erst nachdem es zu den gewalttätigen Protesten gekommen sei, hätten die Redaktionen das Thema aufgegriffen – dann jedoch mit Schwerpunkt auf den Ausschreitungen statt auf der ursprünglichen Tat. Als Beleg wird unter anderem ein Tagesschau-Einspieler angeführt, der die Proteste in wenigen Sekunden abhandelte, sowie Schlagzeilen von FAZ, Stern, Frankfurter Rundschau, Rheinischer Post, ZDFheute und Spiegel, die in ihren Überschriften vorrangig von „ausländerfeindlichen“ beziehungsweise „rassistischen“ Ausschreitungen sprachen, ohne den Namen des Opfers zu nennen.
In diesem Zusammenhang wird auf einen Beitrag des Nutzers Jan Karon auf der Plattform X verwiesen, der bereits am Vorabend vorhergesagt habe, dass die mediale Aufmerksamkeit sich auf die Proteste statt auf den Messerangriff richten werde. Karon bezeichnete den Angriff als Enthauptungsversuch und stellte klar, Gewalt gegen Unschuldige sei in jedem Fall zu verurteilen.
Weiterer Fall in Essen
Ergänzend wird ein Prozess vor dem Essener Landgericht angeführt, in dem einem 18- und einem 20-Jährigen irakischer Herkunft vorgeworfen wird, ein siebenjähriges Mädchen zweimal vergewaltigt zu haben. Das Urteil in diesem Fall soll im August fallen. Im Video wird die Sorge geäußert, dass ausbleibende sachliche Berichterstattung über derartige Straftaten langfristig zu einer politischen Radikalisierung beitragen könnte. Zudem wird ein Vergleich zur Berichterstattung über die Proteste nach dem Tod von George Floyd gezogen, bei denen nach Einschätzung des Sprechers mehr Verständnis für gewalttätige Ausschreitungen gezeigt worden sei.
Originalbeitrag von Morgenstern NEWS


