
Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann und der Schweizer Journalist Roger Köppel sind in einer Fernsehsendung der Weltwoche über die Ukraine-Politik der Europäischen Union und das Verhältnis zu den USA aneinandergeraten. Im Mittelpunkt der Debatte stand die Frage, ob die EU weiterhin auf militärische Unterstützung der Ukraine setzen oder stärker auf diplomatische Lösungen unter Einbeziehung der USA hinwirken sollte.
Köppel kritisierte die bisherige Strategie der EU, die Ukraine vor allem mit Waffen zu unterstützen, ohne parallel diplomatische Initiativen zu verfolgen. Diese Herangehensweise habe in den vergangenen drei Jahren nicht zum Erfolg geführt, da Russland als Atommacht militärisch nicht besiegt werden könne. Er sprach sich dafür aus, ein aus seiner Sicht bestehendes Angebot der USA für einen anderen Kurs anzunehmen, warnte zugleich vor einer „europäischen Großmannsucht“ und einer Konfrontation der EU mit den Vereinigten Staaten. Zudem äußerte er Verständnis für eine Aussage des US-Präsidenten Donald Trump, wonach die EU gegründet worden sei, um die USA wirtschaftlich zu benachteiligen.
Streit um Atomwaffen und Nato
Strack-Zimmermann widersprach der Darstellung, Russland habe seine Kriegsziele nicht erreichen können, weil es sich selbst zurückgehalten habe. Vielmehr habe der Zusammenhalt der EU sowie die Erweiterung der Nato um Finnland und Schweden dazu beigetragen, dass die Ukraine dem russischen Angriff habe widerstehen können. Sie betonte, das Überleben der Ukraine sei vor allem den Menschen im Land selbst sowie den unterstützenden Staaten zu verdanken. In der Debatte wurde auch die Frage aufgeworfen, ob Europa angesichts möglicher Unsicherheiten beim amerikanischen Nuklearschutz eine eigene Atombombe benötige. Köppel lehnte diese Idee entschieden ab und bezeichnete das Thema als zu komplex, um es öffentlich zu diskutieren; die USA verfügten über ein weltweites System mit mehr als 3000 Atomsprengköpfen, das nicht kurzfristig durch europäische Staaten wie Frankreich ersetzt werden könne.
Bewertung von Trumps Vorgehen
Beide Gesprächspartner äußerten sich zu einer möglichen Frist von Trump, den Krieg bis zum 20. April beenden zu wollen. Köppel bezeichnete sich als Befürworter der amerikanischen Bemühungen um Frieden, riet jedoch dazu, konkrete Zeitangaben nicht wörtlich zu nehmen. Strack-Zimmermann mahnte zur Vorsicht gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin, den sie als ehemaligen KGB-Mann charakterisierte, der nicht unterschätzt werden dürfe. Sie kritisierte zudem den Umgang mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei Verhandlungen als grenzwertig. Trotz unterschiedlicher Einschätzungen zur Rolle der USA sprachen sich beide für eine Unterstützung diplomatischer Bemühungen um eine Beendigung des Krieges aus.
Video-Beschreibung
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Quelle: Die Weltwoche.Alle Ausschnitte werden rechtlich einwandfrei im Rahmen des Zitatrechts (§51 UrhG) und „Fair Use“ verwendet. Die kurzen Clips dienen dazu, meine Einschätzungen gezielt zu untermauern.
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