LINKE

Wurde AfD-Politiker Dirk Bruhn verspottet?

Veröffentlicht am 28. April 20252 Min. Lesezeit363 Wörter

Boris von Morgenstern untersucht Vorwürfe, der AfD-Politiker Dirk Bruhn sei als 'menschliches Arschloch' von Linken-Vertretern verspottet worden. Bruhn äußert sich zu den Unterstellungen.

Der Fall um den Linke-Politiker Dirk Bruhn und seine Vorwürfe gegen zwei AfD-Abgeordnete im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern sorgt weiterhin für Kontroversen. Bruhn hatte den AfD-Politikern vorgeworfen, während einer Debatte über den Wolf sein krankheitsbedingtes Zittern nachgeäfft zu haben. Er leidet an Parkinson und bezeichnete die beiden Abgeordneten daraufhin als "politische und menschliche Arschlöcher". Ein Video seiner emotionalen Stellungnahme verbreitete sich rasant in den sozialen Medien und erreichte über eine Million Aufrufe auf TikTok.

Das Problem an Bruhns Vorwürfen ist jedoch, dass sie bislang nicht bestätigt werden können. Weder auf den verfügbaren Videoaufzeichnungen des Landtags noch durch Augenzeugen lässt sich das beschriebene Verhalten der AfD-Abgeordneten belegen. Der NDR und andere Medien haben bei allen Fraktionen nachgefragt, doch niemand will das angebliche Nachäffen beobachtet haben. Die Landtagsverwaltung erklärte nach Prüfung der Videoaufnahmen, keinen Beleg für Bruhns Behauptungen gefunden zu haben.

Besonders bemerkenswert ist, dass auch die direkt neben der AfD sitzenden FDP-Abgeordneten nichts wahrgenommen haben wollen, obwohl sie die beste Sicht auf die beschuldigten Politiker gehabt hätten. Die anderen Fraktionen äußerten sich zwar solidarisch mit Bruhn und verurteilten jede Form von Respektlosigkeit, bestätigten aber ebenfalls nicht den konkreten Vorfall. Die CDU teilte mit, dass niemand aus ihrer Fraktion das beschriebene Verhalten beobachtet habe, während die SPD erklärte, den Vorfall nicht abschließend bewerten zu können.

Die zeitlichen Umstände werfen weitere Fragen auf. Bruhn gab seine persönliche Erklärung erst am Tag nach der Debatte ab, als wieder alle Pressevertreter und Kameras im Landtag anwesend waren. Am Vorabend, als der angebliche Vorfall stattgefunden haben soll, waren keine Medienvertreter mehr da. Die betroffenen AfD-Abgeordneten zeigten sich überrascht von den Vorwürfen und betonten, dass Bruhn nach der Debatte noch weitere Redebeiträge gehalten habe, ohne Irritation zu zeigen.

Der Fall entwickelt sich nun zu einem Rechtsstreit vor dem Landgericht Schwerin. Die AfD-Politiker haben eine einstweilige Verfügung beantragt, nachdem Bruhn eine geforderte Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet hat. Der Prozesstermin am 21. Mai fällt zeitlich nach den Landratswahlen in Mecklenburg-Vorpommern am 11. Mai, bei denen einer der beschuldigten AfD-Politiker als Kandidat antritt. Dies wirft Fragen über mögliche politische Motive hinter der Kontroverse auf, zumal das viral gegangene Video erhebliche Reichweite generiert und die Followerzahlen der Linksfraktion deutlich gesteigert hat.

Originalbeitrag von Boris von Morgenstern

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