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Martin Sonneborn - Die PARTEI

Veröffentlicht am 3. April 20252 Min. Lesezeit302 Wörter

Satiriker Martin Sonneborn erinnert an eine Titanic-Aktion aus dem Jahr 2000, bei der CDU-Politiker Friedrich Merz der Spitzname „Fotzen-Fritz“ angeheftet wurde. Anlass ist die erneute Diskussion um Merz als möglichen Kanzlerkandidaten.

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Der Satiriker und ehemalige Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn hat in einem Auftritt eine Anekdote über CDU-Politiker Friedrich Merz aus dem Jahr 2000 wieder aufgegriffen. Damals hatte das Satiremagazin Titanic einen Artikel über Merz veröffentlicht, in dem als Überschrift ein angeblich im Sauerland kursierender Satz verwendet wurde: „Sie nannten ihn Fotzen-Fritz“. Sonneborn erklärte, der Hintergrund sei eine Geschichte über die Jugend von Merz gewesen, die dieser zuvor der Bild-Zeitung erzählt hatte – über lange Haare und Motorradfahrten ohne Helm im Sauerland. Aus einem als wenig ergiebig empfundenen Rechercheartikel sei damals redaktionell die zugespitzte Überschrift entstanden.

Domain-Aktion und Spitzname

Sonneborn schilderte, wie die Redaktion später im Rahmen eines Wortspiels mit Internetadressen zufällig die Domain „fotzenfritz.de“ registrierte, die automatisch auf die offizielle Website von Friedrich Merz weiterleitete. Nach eigener Darstellung habe dies zunächst zu einem Anwaltsschreiben geführt, das eine Entfernung der Umleitung forderte. Zugleich sei die Bezeichnung nach seinen Angaben unter Fraktionskollegen im Bundestag informell verwendet worden. Nach der Löschung der ursprünglichen Adresse sei laut Sonneborn eine neue Domain mit ähnlicher Umleitung eingerichtet worden.

In seinem aktuellen Auftritt bezog Sonneborn diese Geschichte auf die politische Gegenwart. Er erinnerte daran, dass die Titanic in den 1980er-Jahren maßgeblich zur Verbreitung des Spitznamens „Birne“ für den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl beigetragen habe. Vor dem Hintergrund von Überlegungen, Merz als möglichen Kanzlerkandidaten der CDU zu positionieren, äußerte Sonneborn süffisant, ein vergleichbarer Umgang mit dem historischen Spitznamen könnte sich wiederholen. Er verwies dabei auch auf die frühere berufliche Tätigkeit von Merz als Aufsichtsratsvorsitzender bei BlackRock und stellte einen ironischen Bezug zu sogenannten Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäften her.

Der Auftritt fand im Rahmen einer Bühnenveranstaltung statt, bei der Sonneborn in seiner bekannten satirischen Rolle als Europaabgeordneter der Partei „Die PARTEI“ auftrat. Die geschilderten Ereignisse rund um die Domain-Aktion und den Spitznamen stammen nach Sonneborns Angaben aus dem Jahr 2000 und wurden in Titanic-Ausgaben jener Zeit dokumentiert.

Originalbeitrag von Martin Sonneborn

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