
Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat im Jahr 2020 ein Konvolut von Kleidungsstücken der früheren WDR-Studioleiterin Georgine Kellermann für 900 Euro angekauft. Das geht aus einer Antwort von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich hervor, über die zuerst die Junge Freiheit berichtete.
Zu dem Konvolut gehören unter anderem ein Blazer, ein marineblauer Bleistiftrock, Hut, Pumps und eine Handtasche – ein nach Angaben der Stiftung konservativer Business-Look. Laut der Antwort entspreche der Kaufpreis von 900 Euro dem Materialwert der Kleidung. Neben dem Damenoutfit befindet sich auch ein früheres Herrenensemble Kellermanns in der Sammlung, darunter eine Barbour-Wachsjacke, ein Button-Down-Hemd von Ralph Lauren, ein roter Pullover, eine Levi's 501 sowie Slipper von Salvatore Ferragamo. Kellermann gilt seit September 2020 auch personenstandsrechtlich als Frau. Insgesamt umfasst das Archiv zwölf Objekte mit Bezug zu Kellermann, darunter zwei Fotografien, ein E-Mail-Ausdruck mit Glückwünschen zum Outing als Transfrau sowie ein Glückwunschbrief.
Kritik von AfD-Abgeordnetem
Teile der Sammlung waren in der Wechselausstellung „Immer Ich. Faszination Selfie“ vom 17. März 2021 bis 30. Januar 2022 im Haus der Geschichte in Bonn zu sehen. Der AfD-Abgeordnete Matthias Helferich äußerte sich gegenüber der Jungen Freiheit kritisch zur Auswahl der ausgestellten Objekte. Der Fokus auf Kellermann zeige, dass „Propaganda auch unsere Museen erreicht“, so Helferich. Zuvor hatte er spekuliert, es könnte sich um eine Schenkung oder Leihgabe gehandelt haben, was durch die Antwort der Bundesregierung widerlegt wurde.
Im Zusammenhang mit Kellermann wurde zudem ein Beitrag der früheren WDR-Studioleiterin aus dem Jahr 2023 thematisiert, in dem es hieß, die Demokratie müsse „auch mit undemokratischen Mitteln“ gegen ihre Feinde verteidigt werden.
Fall Maja T. als Schwerpunkt
Im Zentrum der Sendung stand darüber hinaus der Fall des deutschen Staatsangehörigen Simeon T., der nach seiner Inhaftierung in Ungarn öffentlich als nicht-binäre Person unter dem Namen Maja T. auftrat. Gegen Simeon T. hatte die Bundesanwaltschaft im März 2024 einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen erwirkt. Ihm wird vorgeworfen, im Februar 2023 in Budapest an zwei Angriffen auf mutmaßliche Rechtsextremisten beteiligt gewesen zu sein, bei denen die Opfer unter anderem Knochenbrüche und Schädelfrakturen erlitten. Ein ungarisches Gericht lud die Angeklagte trotz eines von der Verteidigung beantragten Aufschubs wegen gesundheitlicher Probleme vor Gericht. Maja T. befand sich zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Angaben im Hungerstreik; laut einem Bericht des ungarischen Mediums Mandiner zweifelte der zuständige Richter jedoch an dieser Darstellung, da die Angeklagte selbst gekaufte Nahrungsmittel verzehrt haben soll.
Originalbeitrag von Boris von Morgenstern


