
Der Fall der Schauspielerin Collien Ulmen-Fernandes sorgt in Deutschland für eine öffentliche Debatte über digitale sexuelle Gewalt, Deepfakes und mögliche gesetzliche Konsequenzen. Auslöser war eine Enthüllungsstory des Spiegel, wonach der Ex-Mann von Ulmen-Fernandes, Christian Ulmen, sich in digitalen Chats für seine Frau ausgegeben und in dieser Rolle erotische Kontakte mit Männern gepflegt haben soll. Laut Bericht sollen dabei auch sexuelle Videos von Frauen versendet worden sein, die Ulmen-Fernandes ähnlich sehen, ohne dass diese Videos nachweislich von Ulmen selbst erstellt wurden. Die spanische Justiz hat bislang nicht entschieden, ob es ausreichend Anhaltspunkte für eine Anklage gibt.
Der Fall hat eine breite gesellschaftliche und politische Reaktion ausgelöst. Auf Demonstrationen und in sozialen Netzwerken äußerten sich unter anderem die Aktivistin Luisa Neubauer, die ZDF-Journalistin Dunja Hayali sowie der ZDF-Moderator Jo Schück. Schück erklärte öffentlich, sich für sein Geschlecht zu schämen und Teil eines Systems zu sein, das Frauen strukturell missbrauche. Der Beitrag wurde unter anderem von der Grünen-Politikerin Britta Hasselmann positiv bewertet. Kritisiert wird von der Autorin des Videos, dass in der öffentlichen Debatte pauschal Männer als Tätergruppe dargestellt würden, obwohl es sich im vorliegenden Fall – sollten sich die Vorwürfe bestätigen – um eine individuelle psychische Auffälligkeit handele und nicht um ein geschlechtsspezifisches Problem.
Forderungen nach schärferen Gesetzen
Im Zuge der Debatte forderten mehrere Politiker gesetzliche Verschärfungen. Der bayerische Justizminister Georg Eisenreich sprach sich für eine Verschärfung des Digital Services Act aus, mit einer fristgebundenen Löschpflicht für Plattformbetreiber bei illegalen Inhalten. Zudem wird eine Klarnamenpflicht im Internet sowie eine digitale ID diskutiert, ebenso die Übernahme einer „Ja-heißt-Ja“-Regelung ins Sexualstrafrecht nach spanischem Vorbild. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig erklärte im Spiegel, sie mache keinen Unterschied zwischen analoger und digitaler Gewalt, und kündigte einen Gesetzentwurf an, der unter anderem eine anlasslose Speicherung von IP-Adressen für drei Monate zur Täterverfolgung vorsieht.
Die Autorin des Videos kritisiert, dass unter dem Deckmantel des Frauenschutzes politische Maßnahmen vorangetrieben würden, die auf Internetzensur und verstärkte Kontrolle hinauslaufen könnten. Sie verweist darauf, dass die SPD-Vorsitzende Saskia Esken auf einer Demonstration explizit einen Zusammenhang zwischen dem Kampf gegen sogenannte antifeministische Netzwerke und rechten Medien wie Apollo News hergestellt habe. Nach Ansicht der Autorin würden dabei berechtigte Anliegen des Opferschutzes mit einer politischen Agenda vermischt, die auch Auswirkungen auf Meinungsfreiheit und Medienvielfalt haben könnte.
Video-Beschreibung
„In jedem Mann steckt ein Ulmen.“ Unter diesem Motto rufen Luisa Neubauer, Dunja Hayali und Co nun zur feministischen Revolution auf. Dabei geht es im Fall Collien Fernandes weder um Feminismus, noch um „Männer“. Larissa Fußer kommentiert den Demo-Wahnsinn der letzten Tage.
Originalbeitrag von Apollo News


