
Bei einem Schusswaffenangriff in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade sind sechs Menschen getötet worden, darunter drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover. Die Polizei sprach von einer „erweiterten Familientragödie“ und schloss einen politischen Hintergrund sowie einen Femizid aus. Nach Angaben eines Polizeisprechers in Lüneburg liege das Motiv „im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung begründet“.
Als tatverdächtig gilt nach Recherchen von BILD ein 45-jähriger Mann aus Garbsen bei Hannover, der als Vater eines drei Monate alten Mädchens identifiziert wurde. Gegen ihn liefen bereits Ermittlungen wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, wie der Erste Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Hannover, Oliver Eisenhauer, bestätigte. Hintergrund ist ein Vorfall vom 9. April, bei dem das Kind wegen eines Schütteltraumas in der Uniklinik der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt wurde. Bei einem späteren Klinikbesuch am 22. April soll der Vater Ärzte verbal bedroht haben, damit seine Tochter behandelt werde. Eisenhauer erklärte, eine anschließende Droh-E-Mail sei geprüft, aber nicht als strafrechtlich relevant eingestuft worden.
Sorgerechtsstreit vor Gericht
Nach BILD-Informationen war zudem ein familienrechtliches Verfahren am Amtsgericht Neustadt anhängig, bei dem es um das Sorgerecht für das Kind ging. Die Tochter war zuvor aus der Familie genommen worden, durfte unter Auflagen aber wieder bei der Mutter sein – allerdings nicht zu Hause, sondern im betreuten Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung in Stade. Am Tattag sollte dort laut Angaben von NDR und WDR ein sogenanntes Hilfeplangespräch stattfinden, ein formelles Treffen im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe zur Klärung von Unterstützungsmaßnahmen. Da der Mann als auffällig bekannt war, sollte das Gespräch in größerer Runde geführt werden.
Die Region Hannover äußerte sich nach der Tat betroffen und sprach den Familien und Kollegen der getöteten Mitarbeiter ihr Mitgefühl aus. Man betonte, die Beschäftigten der Kinder- und Jugendhilfe setzten sich täglich für den Schutz von Kindern ein und begleiteten Familien in belastenden Lebenssituationen. In Stade fand ein Gedenkgottesdienst statt, bei dem auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies erwartet wurde.
Debatte in sozialen Medien
Der Video-Kommentator kritisierte, in Berichterstattung und sozialen Netzwerken sei teilweise Verständnis für die Tat geäußert und die Verantwortung dem Jugendamt zugeschrieben worden. Er verwies auf Kommentare unter Beiträgen, in denen die Herausnahme des Kindes aus der Familie als Ursache der Tat dargestellt und von einer „Verzweiflungstat“ gesprochen wurde. Diese Einordnung wies er als unangemessen zurück und stellte die Schwere der Tat – sechs Tote, darunter Mitarbeiter einer Hilfseinrichtung – in den Vordergrund.
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Quellen:
Internet
Eigene Recherche
Originalbeitrag von Morgenstern NEWS


