
Der sogenannte „Rape Gang Inquiry“-Bericht des britischen Parlamentsabgeordneten Rupert Lowe hat im Internet erhebliche Aufmerksamkeit erlangt, mit Angaben zufolge mehr als 50 Millionen Aufrufen allein auf der Plattform X. Der über Crowdfunding finanzierte Bericht fasst nach eigenen Angaben erstmals landesweit verfügbare Daten zu sogenannten Grooming-Gangs in Großbritannien zusammen und kommt zu einer Hochrechnung von rund 250.000 betroffenen Mädchen und jungen Frauen über einen Zeitraum von etwa 30 Jahren. Der Bericht bezieht sich auf Fälle in zahlreichen Städten, darunter Rotherham, Manchester, Oxford, Sheffield, Newcastle und Birmingham, und stellt Häufungen in nach eigener Zählung 149 von insgesamt britischen Verwaltungsbezirken fest.
Laut dem Bericht sowie zitierten Gerichtsdokumenten und Zeugenaussagen waren an den Missbrauchsfällen überproportional häufig Männer mit pakistanischer Herkunft beteiligt, daneben auch Personen mit Wurzeln in Syrien, Afghanistan, dem Irak und Nordafrika, viele davon inzwischen britische Staatsbürger. Beschrieben werden systematische Vorgehensweisen, bei denen Mädchen zunächst durch vermeintliche Zuwendung gewonnen, anschließend unter Drogen gesetzt und in der Folge wiederholt sexuell missbraucht wurden, teils durch mehrere Täter gleichzeitig und über verschiedene Gruppen und Städte hinweg. Der Bericht dokumentiert zudem Aussagen, wonach Opfer von Tätern abwertend bezeichnet und rassistisch sowie religiös motiviert gedemütigt worden seien.
Ein zentraler Befund des Berichts betrifft mutmaßliches Versagen von Polizei, Jugendämtern, Gesundheitsdiensten und Schulen. Zeuginnen schildern, dass Anzeigen ignoriert, Hinweise auf Missbrauch nicht weitergegeben und Betroffene teils als Prostituierte eingestuft worden seien, obwohl Auffälligkeiten wie wiederholte Schwangerschaften, Geschlechtskrankheiten oder Verletzungen bekannt gewesen seien. Der Bericht führt dies unter anderem auf Sorgen vor Rassismusvorwürfen bei Behördenmitarbeitern zurück, sollten Herkunft und Hintergrund der Täter benannt werden. Kritisiert werden in diesem Zusammenhang auch Politiker, die eine umfassende landesweite Untersuchung über Jahre angekündigt, aber nicht umgesetzt hätten.
Auch in Deutschland ist derzeit ein vergleichbarer Fall Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen. Die Polizei in Nürnberg untersucht seit rund zwei Wochen einen mutmaßlich organisierten sexuellen Missbrauch, bei dem laut Ermittlungsbehörden Männer aus Syrien, Pakistan und Nordafrika involviert sein sollen. Betroffen sind demnach Minderjährige, das jüngste bekannte Opfer soll 13 Jahre alt sein. Berichten zufolge sollen die Täter Mädchen zunächst in eine Drogenabhängigkeit gebracht und sie anschließend zu sexuellen Handlungen gegen Drogen oder Geld gedrängt haben. Die Zahl der mutmaßlich beteiligten Männer wird in Medienberichten auf 60 bis 80 geschätzt, wobei von einer Vernetzung zwischen einzelnen Tätern die Rede ist. Die Ermittlungen in Nürnberg dauern an.
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Was der Rupert-Lowe-Bericht zur „Rape Gang Inquiry“ beschreibt, ist erschütternd. Er nennt eine Schätzung von 250.000 betroffenen Mädchen und jungen Frauen. In mehreren Fällen waren Männer pakistanischer Herkunft überrepräsentiert. Zugleich wird schweres Behördenversagen dokumentiert.
Auch Deutschland muss wachsam sein: In Nürnberg wird derzeit wegen sexueller Ausbeutung und des Einsatzes von Drogen ermittelt. Täter und Strukturen müssen klar benannt, Opfer geschützt und rechtskräftig verurteilte ausländische Straftäter konsequent abgeschoben werden. Schluss mit dem Wegsehen!
Originalbeitrag von Dr. Bernd Baumann


