
Ein im Internet stark verbreiteter Bericht mit dem Titel „Rape Gang Inquiry“ befasst sich mit organisierten Vergewaltigungsbanden in Großbritannien. Der Bericht wurde nach eigenen Angaben durch Crowdfunding finanziert und von einem Team um den britischen Parlamentsabgeordneten Rupert Lowe initiiert. Laut Bericht sollen landesweit bis zu 250.000 Mädchen über einen Zeitraum von 30 Jahren Opfer sogenannter Grooming Gangs geworden sein. Die Untersuchung verdichtet demnach erstmals verfügbare Daten, Zeugenaussagen, Gerichtsdokumente und Expertenberichte aus zahlreichen britischen Städten und Regionen, darunter Rotherham, Sheffield, Newcastle, Birmingham, Manchester, London und Oxford. Allein in Manchester werde derzeit gegen rund 1100 Tatverdächtige ermittelt. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass in 149 Distrikten Großbritanniens – etwa 40 Prozent des Landes – eine Häufung solcher Fälle nachweisbar sei.
Nach Darstellung des Berichts handelt es sich bei den mutmaßlichen Tätern überwiegend um Männer mit Herkunft aus Pakistan, Syrien, Afghanistan, dem Irak und Nordafrika, viele davon inzwischen mit britischer Staatsangehörigkeit. Betroffene schildern in dem Bericht, wie sie zunächst umworben, später mit Drogen gefügig gemacht und anschließend systematisch von mehreren Männern gleichzeitig missbraucht worden seien. Berichten zufolge waren an der Anbahnung teils Taxifahrer, Imbiss- und Shisha-Bar-Betreiber beteiligt. Aus Zeugenaussagen und Gerichtsakten geht laut Bericht zudem hervor, dass Opfer rassistisch und abwertend bezeichnet worden seien.
Vorwurf des Behördenversagens
Der Bericht wirft britischen Behörden vor, über Jahre systematisch versagt zu haben. Polizei, Jugendämter und Gesundheitsdienste hätten Hinweise auf Missbrauch ignoriert, Anzeigen nicht verfolgt und Betroffene teils als Prostituierte eingestuft, anstatt ihnen zu helfen. Als Grund wird im Bericht die Furcht von Verantwortlichen genannt, bei Benennung der Herkunft der Täter als rassistisch wahrgenommen zu werden. Politikern, darunter der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, wird vorgeworfen, eine umfassende landesweite Untersuchung trotz wiederholter Ankündigungen nicht vorangetrieben zu haben.
In einem eingespielten Gespräch bewertete der außenpolitische Kolumnist Henry Donovan die Datenlage des Berichts als weitgehend belastbar und verwies auf eine frühere Untersuchung aus dem Jahr 2015, die zu ähnlichen Ergebnissen gekommen sei.
Parallelen in Deutschland
Der Bericht thematisiert auch aktuelle Ermittlungen in Nürnberg, wo die Polizei seit rund zwei Wochen wegen mutmaßlich organisierten sexuellen Missbrauchs durch Männer aus Syrien, Pakistan und Nordafrika ermittelt. Nach Polizeiangaben handle es sich nicht um Einzelfälle. Das jüngste bekannte Opfer sei 13 Jahre alt. Eine 14-jährige Betroffene schilderte in einem Beitrag, wie sie zunächst zum Konsum von Drogen angesprochen und anschließend verfolgt und angefasst worden sei. Nach Angaben aus dem Beitrag umfasse das Täternetzwerk in Nürnberg schätzungsweise 60 bis 80 Personen, die Mädchen untereinander weiterreichten. Die Jugendhilfe vor Ort habe demnach bereits seit längerem vor entsprechenden Zuständen gewarnt.
Video-Beschreibung
Was der Rupert-Lowe-Bericht zur „Rape Gang Inquiry“ beschreibt, ist erschütternd. Er nennt eine Schätzung von 250.000 betroffenen Mädchen und jungen Frauen. In mehreren Fällen waren Männer pakistanischer Herkunft überrepräsentiert. Zugleich wird schweres Behördenversagen dokumentiert.
Auch Deutschland muss wachsam sein: In Nürnberg wird derzeit wegen sexueller Ausbeutung und des Einsatzes von Drogen ermittelt. Täter und Strukturen müssen klar benannt, Opfer geschützt und rechtskräftig verurteilte ausländische Straftäter konsequent abgeschoben werden. Schluss mit dem Wegsehen!
Originalbeitrag von Dr. Bernd Baumann


