Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät wegen seiner Aussagen zum Stromausfall in Köpenick zunehmend unter Druck. Recherchen des Tagesspiegel decken auf, dass Wegner offenbar mehrfach falsche Angaben zu seinem Aufenthaltsort während des mehrtägigen Stromausfalls gemacht hat. Der CDU-Politiker behauptete zunächst, er sei während der Krise durchgehend in Berlin gewesen und habe die Lage vor Ort koordiniert.
Die Zeitung konnte jedoch belegen, dass sich Wegner während kritischer Phasen des Stromausfalls nicht in der Hauptstadt aufhielt. Stattdessen war er offenbar privat verreist, während Tausende Berliner ohne Strom und teilweise ohne Heizung auskommen mussten. Besonders brisant ist dabei der Zeitpunkt, da der Stromausfall erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung der betroffenen Gebiete hatte und eine intensive Koordination der Behörden erforderte.
Konfrontiert mit den Rechercheergebnissen, zeigte sich Wegner ausweichend und wollte keine weiteren Details zu seinem Aufenthaltsort preisgeben. Auf einer Pressekonferenz sagte er lediglich: "Ich habe dazu alles gesagt" und verwies darauf, dass seine "Interpretation" der Ereignisse korrekt sei. Diese Reaktion verstärkt die Kritik an seinem Krisenmanagement zusätzlich.
Oppositionspolitiker fordern mittlerweile Aufklärung und werfen dem Regierenden Bürgermeister vor, die Öffentlichkeit bewusst getäuscht zu haben. Die Affäre könnte Wegners Glaubwürdigkeit als Krisenmanager nachhaltig beschädigen und wirft grundsätzliche Fragen zur Führung der Stadt in Notlagen auf. Der Tagesspiegel kündigte an, weiter zu recherchieren und weitere Details zu veröffentlichen.
Originalbeitrag von Boris von Morgenstern


