
Nach einer Messerattacke im Göttinger Ostviertel ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen gegen einen 17-Jährigen aus Göttingen. Der Jugendliche soll in der Nacht zum 21. Juni 2026 gegen 2 Uhr am Fridtjof-Nansen-Weg einen 23-jährigen Mann mit einem spitzen Gegenstand lebensgefährlich verletzt haben. Der Geschädigte wurde mit einem Stich in die Brust in eine Klinik eingeliefert und schwebte zunächst in Lebensgefahr, ist mittlerweile aber außer Gefahr. Die Polizei richtete zunächst eine Mordkommission ein und schloss eine politische Motivation der Tat nicht aus, weshalb der Staatsschutz in die Ermittlungen eingebunden wurde.
Der 23-Jährige soll nach Medienberichten der linken Szene zuzuordnen sein, der tatverdächtige 17-Jährige laut Recherchen der taz einer rechten Gruppe. Der Beschuldigte machte in einer polizeilichen Vernehmung nach taz-Angaben Notwehr geltend; von Polizei und Staatsanwaltschaft liegt dazu keine offizielle Bestätigung vor. Die Staatsanwaltschaft Göttingen teilte mit, dass sich eine Notwehrsituation aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse nicht ausschließen lasse. Ausschlaggebend seien unter anderem der Tatort in unmittelbarer Nähe der Wohnung des Beschuldigten sowie die Aussageverweigerung der Begleiter des Geschädigten. Da somit kein dringender Tatverdacht begründet werden konnte, wurde kein Untersuchungshaftbefehl beantragt und der 17-Jährige freigelassen.
Demonstrationen und Berichterstattung
Bereits am Abend nach der Tat versammelten sich nach Angaben des NDR mehrere hundert Menschen zu einer Demonstration gegen rechte Gewalt in Göttingen, am Folgetag erneut mehrere hundert Teilnehmer. Bei einer der Kundgebungen wurde laut einem Redebeitrag behauptet, der 23-Jährige sei unbewaffnet und nicht auf Gewalt aus gewesen. Die taz berichtete unter der Überschrift, ein „Göttinger Antifaschist“ sei durch einen „Rechtsextremen“ lebensgefährlich verletzt worden, und stützte sich dabei unter anderem auf Angaben der Plattform Indymedia, wonach der Tatverdächtige derselben Gruppe angehören solle wie eine Person, die im Zusammenhang mit einem Farbanschlag auf eine Regenbogen-Treppe am Albaniplatz stehen soll.
Der Fall wird in einem Video kommentiert und mit dem mutmaßlichen Angriff auf den AfD-Landtagsabgeordneten Michael Meister in Rostock verglichen, bei dem laut Polizeipräsidium Rostock zwei bislang unbekannte Männer einen 51-Jährigen am 18. Juni 2026 in der Bleicherstraße angesprochen und körperlich angegriffen haben sollen. Der Kommentator kritisiert dabei unterschiedliche Formulierungen in der Berichterstattung sowie das Ausbleiben vergleichbarer öffentlicher Reaktionen nach dem Angriff auf den AfD-Politiker. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hatte zum Zeitpunkt der Berichterstattung eine Presseanfrage zu einem möglichen Vergleichsfall mit umgekehrten politischen Vorzeichen noch nicht beantwortet.
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Quellen:
Internet
Eigene Recherche
Originalbeitrag von Morgenstern NEWS


