
Der DM-Vorsitzende Christoph Werner hat in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ vom 4. Dezember 2025 über Drohungen berichtet, die er nach öffentlichen Äußerungen zum Umgang mit der AfD erhalten haben will. Werner hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, gesellschaftliche Debatten offen zu führen und keine pauschalen Sprechverbote gegenüber gewählten Vertretern von Parteien zu verhängen.
Nach eigenen Angaben erhielt Werner daraufhin zahlreiche E-Mails einer nach seiner Darstellung aktivistischen Organisation, die sein Unternehmen unter Druck gesetzt habe. In den Nachrichten sei gefordert worden, dass DM aus dem Verband der Familienunternehmer austrete und sich öffentlich von der AfD distanziere. Andernfalls sei mit einer öffentlichen Bloßstellung gedroht worden, etwa durch die Veröffentlichung der Verbandsmitgliedschaft. Werner betonte, sich dadurch nicht unter Druck setzen zu lassen, und kritisierte, eine nichtstaatliche Organisation ohne demokratische Legitimation könne nicht bestimmen, wie sich Unternehmer öffentlich zu äußern hätten.
Diskussion um Kontakte zu AfD-Funktionsträgern
In der Sendung wurde zudem diskutiert, wie Unternehmer mit Amtsträgern der AfD auf kommunaler Ebene umgehen sollten, etwa bei Investitionsentscheidungen mit Landräten oder anderen Funktionsträgern in der Exekutive. Werner erklärte, es gehe dabei nicht um Kontakt zu einer Partei, sondern um Kontakt zu Amtsträgern, mit denen sachbezogen zusammengearbeitet werden müsse, unabhängig von deren Parteizugehörigkeit.
Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz äußerte in der Sendung Bedenken hinsichtlich der AfD und bezeichnete die Partei als in Teilen von der Justiz als rechtsextrem eingestuft. Er verwies auf Entwicklungen in Ungarn und Teilen Italiens, wo nach seiner Darstellung Presse- und Meinungsfreiheit eingeschränkt würden, und warnte vor ähnlichen Entwicklungen in Deutschland, sollte eine als rechtsextrem eingestufte Partei an Einfluss gewinnen. Er verwies zudem auf Diskussionen in den USA über eine mögliche dritte Amtszeit von Donald Trump als Beispiel für Sorgen um demokratische Institutionen.
Die Positionen in der Sendung blieben kontrovers: Während Werner vor allem die Einschränkung freier Meinungsäußerung und den Druck durch außerstaatliche Organisationen thematisierte, betonte von Notz die Gefahren, die er in einem Erstarken der AfD sieht. Beide Seiten kamen in der Sendung ausführlich zu Wort.
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