
Der Kabarettist Dieter Nuhr hat sich in seiner Sendung „Nuhr im Ersten“ kritisch mit der medialen Reaktion auf eine Abstimmung im Bundestag auseinandergesetzt. Ausgangspunkt seiner Satire war eine Abstimmung, bei der eine Mehrheit im Bundestag zustande kam, die in zahlreichen Medien scharf kommentiert wurde.
Nuhr griff dabei Formulierungen aus verschiedenen Zeitungen auf, die er als übertrieben und apokalyptisch bezeichnete. Er zitierte sinngemäß Berichte aus Süddeutscher Zeitung, Spiegel, taz und Tagesspiegel, die die Abstimmung mit Bildern aus der biblischen Offenbarung des Johannes verglichen hätten – etwa mit Beschreibungen von Tieren mit mehreren Köpfen und Hörnern sowie Naturkatastrophen. Diese Sprache sei nach Ansicht Nuhrs Ausdruck einer allgemeinen „Wahlkampfhysterie“, die derzeit in der öffentlichen Debatte zu beobachten sei.
Im Zentrum seiner Kritik stand die Frage, wer für das Ergebnis der Abstimmung verantwortlich sei. Nuhr stellte pointiert fest, dass es letztlich der Wähler gewesen sei, der durch seine Stimmabgabe die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag geschaffen habe. Er kritisierte, dass in der medialen Berichterstattung diese demokratisch legitimierte Mehrheit teils als Bedrohung dargestellt werde, obwohl sie dem Willen eines Teils der Bevölkerung entspreche.
Nuhr schloss seine Ausführungen mit der rhetorischen Frage, ob frei gewählte Abgeordnete, die eine Mehrheit bilden, tatsächlich die Demokratie gefährden könnten. Damit stellte er die in Teilen der Öffentlichkeit geäußerte These infrage, wonach bestimmte demokratische Abstimmungsergebnisse per se eine Gefahr für das demokratische System darstellten.
Originalbeitrag von txz1199


