Dieter Bohlen hat in einem Interview mit Maximilian Wolf scharfe Kritik an Robert Habeck geübt und dessen mögliche Kanzlerkandidatur in Frage gestellt. Der Musikproduzent bezeichnete es als "grotesk", dass sich der ehemalige Wirtschaftsminister für das Kanzleramt bewirbt, nachdem Deutschland unter seiner Führung ein Minuswachstum von 0,3 Prozent verzeichnet habe und beim europäischen Wirtschaftswachstum auf dem letzten Platz stehe. Bohlen warf Habeck vor, "null Ahnung von Wirtschaft" zu haben und ein "desolates Programm" verfolgt zu haben.
Der 71-Jährige betonte, dass er persönlich nichts gegen Habeck habe und schlug vor, dieser solle lieber in anderen Bereichen tätig werden. Als Familienminister oder im Bereich Bildung und Erziehung könne er sich Habeck durchaus vorstellen, aber nicht in wirtschaftspolitischen Positionen. Bohlen kritisierte generell, dass Politiker oft keine ausreichende Wirtschaftsausbildung hätten und nicht wüssten, wie man mit Geld umgehe.
Als Gegenbeispiel führte Bohlen die Personalauswahl von Donald Trump an. Obwohl viele Trump kritisch sehen würden, müsse man anerkennen, dass er für wirtschaftliche Positionen Fachleute auswähle - etwa Hedge-Manager, die Billionen verwaltet hätten und sich in ihren Bereichen bestens auskennen würden. Für Anleihen, die zur Finanzierung von Trumps Vorhaben nötig seien, habe dieser jemanden ausgewählt, der sein ganzes Leben mit Anleihen gearbeitet habe.
Bohlen offenbarte zudem Details über ein 90-minütiges Telefonat mit Friedrich Merz, das nach einem Interview mit der Bild-Zeitung zustande gekommen war. Während er selbst angegeben hatte, sie hätten über alles außer Musik gesprochen - über Ukraine, Steuern und andere politische Themen - sagte Merz später in einer Talkshow, sie hätten nur über Musik geredet. Merz erklärte Bohlen später, er wolle ihn nicht in die Politik hineinziehen oder belasten. Der Musikproduzent äußerte sich enttäuscht über diese Darstellung.
Grundsätzlich forderte Bohlen, dass politische Ämter mit Fachkräften besetzt werden sollten - "genau das Gegenteil von dem, was wir hatten". Er kritisierte, dass Politiker oft Dinge behaupteten, die sie zwei Tage später nicht mehr wissen würden, und betonte die Notwendigkeit, dass jeder Posten mit jemandem besetzt wird, der wirklich Ahnung von seinem Aufgabenbereich hat.
Originalbeitrag von Kriesen Report


