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Das heimliche Pausenbrot

Veröffentlicht am 26. März 20262 Min. Lesezeit417 Wörter

An einer Gesamtschule in Kleve sorgt ein Streit um den Umgang mit dem Ramadan für Aufsehen: Eltern werfen der Schule vor, nichtfastende Kinder sollten sich beim Essen wegdrehen. Schule und Bezirksregierung Düsseldorf sprechen von einem Kommunikationsproblem.

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An der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve ist ein Streit um den Umgang mit dem Fastenmonat Ramadan öffentlich geworden. Auslöser waren Berichte zweier Mütter, deren Töchter die Schule besuchen. Sie schilderten gegenüber der „Bild“-Zeitung, ihre Kinder seien von muslimischen Mitschülern aufgefordert worden, ihr Pausenbrot während des Ramadan wegzuwerfen oder es zumindest nicht sichtbar zu essen. Eine Lehrkraft soll den Schülern daraufhin geraten haben, sich beim Essen gegenseitig wegzudrehen, damit sich niemand provoziert fühle.

Nach Angaben der Mütter Mirijam M. und Stephanie B. gegenüber „Bild“ soll es in der betroffenen fünften Klasse, die 21 Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren umfasst, davon 17 mit Migrationshintergrund, zu Ausgrenzung gekommen sein. Ein Junge habe die Klasse bereits verlassen, weil er sich gemobbt gefühlt habe. Die Mütter berichteten zudem, ihre Töchter seien wegen Würg- und Kotzgeräuschen von Mitschülern sowie abwertenden Bemerkungen über ihre Herkunft belastet worden. Die Klassenlehrerin bestätigte laut vorliegender Korrespondenz, dass Schüler, die nicht fasten, nicht provozieren sollten und die Regel des Wegdrehens für alle Kinder gelten solle.

Schule spricht von Kommunikationsproblem

Die Schulleitung reagierte mit einem Schreiben an die Schulgemeinschaft, in dem sie betonte, Respekt, Toleranz und Vielfalt seien Leitziele der Schule. Die durchgeführte Klärung der Vorgänge habe keine Hinweise auf ein grundsätzliches Problem ergeben, hieß es. Als Ursache der öffentlichen Aufregung sah die Schule eine „teilweise nicht ganz eindeutige Kommunikation“. Die beiden Mütter zeigten sich davon enttäuscht und erklärten gegenüber „Bild“, die Schule wolle offenbar nur ihren Ruf retten, statt die Situation zu lösen.

Auch die zuständige Schulaufsicht bei der Bezirksregierung Düsseldorf sprach von einer durch Kommunikation entstandenen Irritation. Eine Sprecherin stellte klar, Kinder, die essen und trinken, müssten sich nicht wegdrehen; dies sei von der Lehrkraft auch nie beabsichtigt gewesen. Die Behörde betonte zugleich, Schülerinnen und Schüler dürften nicht in ihrem persönlichen Verhalten eingeschränkt werden und niemand dürfe zu einer bestimmten Ausübung seiner Religion gezwungen werden. Fällen, in denen Mitschüler versuchen, anderen religiöse Vorschriften aufzuerlegen, werde konsequent nachgegangen.

Politische Reaktionen unterschiedlich

Vertreter mehrerer im WDR befragter Parteien äußerten sich zu dem Vorfall. Ein Vertreter der AfD forderte, die Schulleitung müsse einschreiten, sollten Schüler wegen ihrer Religion unter Druck gesetzt werden. Vertreter von CDU und SPD warnten hingegen davor, aus dem Streit unter Zehn- bis Zwölfjährigen ein politisches Thema zu machen; die mediale Aufmerksamkeit sei zu weit gegangen. Von SPD-Seite hieß es, das Thema werde teils bewusst angeheizt, allerdings nicht von demokratischen Parteien. Zudem sei aus Sicht der SPD verstärkte Schulsozialarbeit gefordert. Die Schule selbst reagierte nach Angaben von „Bild“ nicht auf eine entsprechende Anfrage. Am Mittwoch sollten erste Untersuchungsergebnisse der Bezirksregierung vorgestellt werden.

Originalbeitrag von Clownswelt

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