In einer Anhörung der Corona-Enquete-Kommission stand der Virologe Christian Drosten im Zentrum intensiver Befragungen durch Abgeordnete der AfD-Fraktion. Die Parlamentarier warfen Drosten vor, seine Einschätzung zur Gefährlichkeit von Covid-19 binnen weniger Tage grundlegend geändert zu haben. Konkret bezogen sie sich auf Aussagen vom März 2020, in denen Drosten die Erkrankung zunächst als "milde Erkrankung" und "Erkältung erster Linie" bezeichnet haben soll, bevor er neun Tage später vor dramatischen Szenarien warnte.
Drosten zeigte sich in seinen Antworten sichtlich irritiert über die Art der Fragestellung. Er warf den Abgeordneten vor, ihre Redezeit hauptsächlich für eigene Behauptungen zu nutzen und komplexe Sachverhalte miteinander zu vermischen, die in keinem direkten Zusammenhang stünden. Bei der Frage nach der schwedischen Corona-Strategie verwies er darauf, dass Schweden in der ersten Welle eine fünfmal so hohe Sterblichkeit wie Deutschland verzeichnet habe.
Besonders kontrovers wurde die Diskussion um PCR-Tests und die verwendeten Zykluswerte. Ein Abgeordneter kritisierte die angeblich hohe Zahl von 45 Zyklen in Drostens PCR-Protokoll, das bereits früh von der WHO empfohlen worden sei. Drosten wies diese Kritik als irreführend zurück und betonte, dass eine PCR mit 45 Zyklen als negativ zu bewerten sei. Die Ferguson-Modellierung für Schweden könne er aufgrund der knappen Zeit nicht ausführlich kommentieren.
Die Abgeordneten hinterfragten zudem die Zählweise der Corona-Todesfälle mit der Formulierung "an und mit Corona verstorben". Sie kritisierten diese Kategorisierung als unwissenschaftlich, da theoretisch auch Verkehrsunfallopfer mit positivem Test als Corona-Tote gezählt werden könnten. Drosten verwies darauf, dass diese Begrifflichkeit nicht im Kanzleramt, sondern in den Medien entstanden sei und appellierte an den "gesunden Menschenverstand" - relevante Verwechslungen würde man daran erkennen, dass die Todeswellen nicht parallel zur Inzidenz verlaufen würden.
Abschließend wurde Drosten zu möglichen zusätzlichen Todesfällen durch die Corona-Maßnahmen selbst befragt. Der Virologe räumte ein, dass Maßnahmen wie Ausgangssperren durchaus Kosten verursacht hätten, betonte jedoch, dass durch diese Maßnahmen weitaus größere Schäden verhindert worden seien. Die Anhörung verdeutlichte die anhaltenden kontroversen Diskussionen um die Corona-Politik und die wissenschaftlichen Grundlagen der damaligen Entscheidungen.
Originalbeitrag von AfD-Fraktion Bundestag


