
In einer öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission zur Corona-Pandemie im Deutschen Bundestag zum Thema Vorsorge, Krisenpläne und Frühwarnsysteme wurde der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten von Abgeordneten der AfD-Fraktion befragt. Als Sachverständige beziehungsweise Fragesteller traten unter anderem Christina Baum und Kay-Uwe Ziegler sowie Prof. Dr. Stefan Homburg auf, der als Sachverständiger geladen war.
Homburg konfrontierte Drosten mit Aussagen aus dem März 2020, in denen dieser die Erkrankung zunächst als milde Erkältung ohne größere Gefahr für den Einzelnen beschrieben, wenige Tage später jedoch vor drastischen Szenarien gewarnt habe, darunter Vergleiche mit Bildern aus Afrika. Er fragte, aufgrund welcher neuen Daten sich die Einschätzung innerhalb weniger Tage grundlegend geändert habe. Drosten erklärte, er könne die Vielzahl der aufgeworfenen Punkte in der verbleibenden Zeit nicht zusammenhängend beantworten, und verwies stattdessen auf einen Vergleich der Übersterblichkeit zwischen Deutschland und Schweden während der ersten Pandemiewelle. Dort sei die Sterblichkeit trotz weniger strikter Maßnahmen etwa fünfmal höher gewesen als in Deutschland.
Fragen zu PCR-Tests und Modellierung
Homburg fragte zudem, ob Drosten in seinem PCR-Testprotokoll einen Zyklenwert von 45 als Standard festgelegt habe, ohne einen klinisch relevanten CT-Wert zu benennen. Drosten wies dies als irreführend zurück und erklärte, ein PCR-Test mit 45 Zyklen sei negativ. Auf die Frage, ob sich die vielzitierte Modellierung des Imperial College London (auch als Ferguson-Modell bekannt) für Schweden bewahrheitet habe, entgegnete Drosten, diese Modellierung habe sich auf England und nicht auf Schweden bezogen.
Diskussion über Todesursachen
Ziegler thematisierte die Erfassung von Corona-Todesfällen und kritisierte die Unterscheidung zwischen „an“ und „mit“ Corona Verstorbenen als wissenschaftlich nicht haltbar, da dadurch etwa auch Verkehrsunfallopfer mit positivem Test als Corona-Tote gezählt werden könnten. Drosten entgegnete, der Begriff sei nicht von der Bundesregierung, sondern von Medien geprägt worden und beruhe auf einer sprachlichen Ungenauigkeit. Er verwies darauf, dass die Zahl der Todesfälle in der Statistik zeitlich mit dem Infektionsgeschehen korreliere, was gegen eine relevante Fehlzuordnung spreche.
Ziegler zitierte zudem eine Aussage der Abteilungsleiterin für Arzneimittelsicherheit am Paul-Ehrlich-Institut, Dr. Birgit Keller-Stanislawski, wonach es im Zusammenhang mit der Impfung eine erhöhte Zahl an gemeldeten Herzmuskelentzündungen und Todesfällen gegeben habe. Drosten lehnte eine Bewertung dieser ihm nicht näher bekannten Aussage ab. Auf die Frage, ob pandemiebedingte Maßnahmen wie Ausgangssperren zusätzliche Todesfälle verursacht haben könnten, erklärte Drosten, dies halte er grundsätzlich für möglich, betonte jedoch zugleich, dass durch die Maßnahmen insgesamt größere Schäden verhindert worden seien.
Originalbeitrag von AfD-Fraktion Bundestag


