
Bundesfamilienministerin Bärbel Bas (SPD) hat die Berichterstattung rechter Medien über die frühere Verfassungsrichterkandidatin Frauke Brosius-Gersdorf als „massives Demokratieproblem“ bezeichnet. Sie kritisierte, Frauen würden in Deutschland von Netzwerken, insbesondere von rechten Netzwerken, angegriffen. Die Äußerung fiel im Sommerinterview der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ am 10. August 2025.
Das Online-Medium Apollo News weist die Vorwürfe zurück und wirft SPD, Grünen und Linkspartei vor, kritische Berichterstattung über Brosius-Gersdorf pauschal als demokratiegefährdend darzustellen. Nach eigenen Angaben habe bislang niemand Fehler in der Berichterstattung von Apollo News zur Causa Brosius-Gersdorf nachweisen können. Das ZDF habe zudem zwei Unterlassungserklärungen gegenüber Apollo News unterzeichnet, nachdem in der Sendung „heute journal“ der Eindruck erweckt worden sei, das Medium habe Falschnachrichten verbreitet. Ein weiteres gerichtliches Verfahren mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk stehe bevor.
Bezug zu DDR-Vergangenheit
In dem Video wird ein Vergleich zu dem Roman „Flugasche“ der Schriftstellerin Monika Maron gezogen, der von einer Journalistin in der DDR handelt, die wegen kritischer Berichterstattung unter Druck der SED-Führung gerät. Das Werk konnte in der DDR nicht erscheinen. Der Vergleich wird herangezogen, um die heutige Debatte über Meinungsfreiheit und den Umgang mit kritischer Berichterstattung einzuordnen.
Kritik an EU-Medienfreiheitsgesetz
Weiter wird das kürzlich in Kraft getretene Europäische Medienfreiheitsgesetz thematisiert, das nach Darstellung von Apollo News die Verhaftung von Journalisten erlaubt, wenn dies im „Allgemeininteresse“ liege. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Einführung des Gesetzes gelobt. Kritiker sehen darin trotz des Namens eine Gefahr für die Pressefreiheit und den Kampf gegen sogenannte Desinformation als Vorwand für stärkere Kontrolle kritischer Medien.
Die Kontroverse um Brosius-Gersdorf, deren Wahl zur Verfassungsrichterin nach öffentlicher Kritik gescheitert war, bleibt damit Gegenstand einer breiteren Debatte über den Umgang mit kritischer Berichterstattung, die Rolle rechter Medien und die Grenzen staatlicher beziehungsweise europäischer Regulierung der Presse.
Originalbeitrag von Apollo News


