
Die frühere SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat in einem Instagram-Video wirtschaftlichen Druck auf Unternehmen gefordert, die Werbung im Podcast „Ben {ungeskriptet}“ schalten. Anlass ist ein mehrstündiges Gespräch des Podcasters Ben mit dem AfD-Politiker Björn Höcke, das nach Angaben Eskens im Netz in kurzer Zeit Millionen Aufrufe und Werbeeinnahmen erzielt habe.
In dem Video wirft Esken dem Format vor, Höcke vier Stunden lang unwidersprochen eine Bühne geboten zu haben. Sie erklärt, Unternehmen, deren Werbung in einem solchen Podcast ausgespielt werde, sollten prüfen, wie sich dies abstellen lasse. Man müsse nicht hinnehmen, dass ein Faschist, finanziert durch den Werbeetat des eigenen Unternehmens, unwidersprochen Aussagen verbreite. Wörtlich sagt sie zudem, „Blacklisting hilft“.
Der YouTube-Kanal Krilikon kritisiert diese Aussagen als Versuch, den Podcast wirtschaftlich zu schwächen und Reichweite politisch unliebsamer Gespräche einzudämmen. Nach Darstellung des Kanals handle es sich nicht mehr um politische Kritik oder inhaltlichen Widerspruch, sondern um eine Aufforderung zu wirtschaftlichem Druck auf Werbekunden. Das Interview mit Höcke sei öffentlich zugänglich gewesen und habe nach Kanalangaben rund vier Millionen Aufrufe erreicht.
Kritik an Selektivität
Der Kanal verweist darauf, dass Ben {ungeskriptet} in der Vergangenheit auch mit Politikern anderer Parteien gesprochen habe, etwa mit Jan van Aken, Gregor Gysi und Wolfgang Schmidt. Die Kritik an dem Format entzünde sich jedoch erst an dem Gespräch mit Höcke. Aus Sicht des Kanals zeige dies eine selektive Bewertung, bei der allein die Existenz eines Interviews mit einem AfD-Politiker als Problem dargestellt werde, unabhängig vom Gesprächsverlauf selbst.
Weiter wird argumentiert, dass eine Aufforderung zu Werbeboykotten und „Blacklisting“ ein Klima der Selbstzensur erzeugen könne, da Plattformen und Unternehmen künftig vorsichtiger bei der Wahl von Gesprächspartnern und Werbeplätzen sein könnten. Dies geschehe ohne gesetzliche Verbote, sondern durch gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Druck. Eine Stellungnahme der SPD oder von Saskia Esken selbst zu dieser Einordnung liegt im Rahmen des Videos nicht vor.
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Originalbeitrag von CHRILIKON


