Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen steht vor einer drastischen Personalreduzierung von 50.000 Arbeitsplätzen, die sich auf verschiedene Marken des Konzerns verteilt. Dabei entfallen 35.000 Stellen auf die Kernmarke Volkswagen PKW, 7.500 bei Audi und mindestens 3.900 bei Porsche. Diese Entwicklung erfolgt trotz reduzierter Belegschaft bei gleichzeitig gestiegenen Personalkosten im Konzern.
Besonders dramatisch zeigt sich die Lage bei Porsche, wo der Gewinn um 98 Prozent eingebrochen ist. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die Kommunalfinanzen, insbesondere in Stuttgart und Weißach, den beiden Hauptstandorten des Sportwagenherstellers mit über 15.000 beziehungsweise 7.000 Mitarbeitern. Stuttgart hatte 2023 noch Rekordeinnahmen von 1,6 Milliarden Euro Gewerbesteuer verzeichnet, die Schätzung für 2025 liegt nur noch bei 850 Millionen Euro. Der drastische Gewinneinbruch bei Porsche könnte die Stadt vor ernsthafte finanzielle Probleme stellen, da bereits geleistete Gewerbesteuer-Vorauszahlungen zurückerstattet werden müssen.
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gehen weit über die direkten Entlassungen hinaus. Experten rechnen mit drei bis fünf zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Zuliefererindustrie pro wegfallender Stelle bei den Autokonzernen, was weitere 150.000 bis 250.000 gefährdete Arbeitsplätze bedeuten könnte. Gleichzeitig entfallen erhebliche Steuereinnahmen durch Lohn- und Sozialversicherungsbeiträge, während der Staat zusätzliche Ausgaben für Arbeitslosengeld und Sozialleistungen stemmen muss.
Parallel zu den Stellenstreichungen in Deutschland investiert die Automobilindustrie verstärkt im Ausland. Mercedes plant beispielsweise Investitionen von über einer Milliarde Euro in den Ausbau seines ungarischen Werks, wo bis zu 3.000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Die Produktionskapazität soll dort langfristig auf 300.000 Fahrzeuge steigen, während die A-Klassen-Produktion ab dem zweiten Quartal 2026 von Rastatt nach Ungarn verlagert wird. Diese Entwicklung verdeutlicht die zunehmende Verlagerung von Produktionskapazitäten aus Deutschland in kostengünstigere Standorte.
Die Krise der deutschen Automobilindustrie wird durch regulatorische Vorgaben der EU verstärkt, die dazu führen, dass profitable Modelle aus dem Programm genommen werden, anstatt sie an neue Normen anzupassen. Zusätzlich verschärft sich die Lage durch Entwicklungen in der Halbleiterindustrie, wo das niederländische Unternehmen ASML trotz politischer Interventionen seine Chipproduktion nach China verlagert, wodurch weitere Wertschöpfung aus Europa abfließt.
Originalbeitrag von Politik mit Kopf


