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Studie: Radikalisierung unter deutschen Muslimen

Veröffentlicht am 15. Juni 20252 Min. Lesezeit373 Wörter

Boris von Morgenstern berichtet über eine Studie zur Radikalisierung deutscher Muslime. Alarmierend: Jeder zehnte Muslim in Deutschland zeigt Gewaltbereitschaft. Analyse der Ursachen und gesellschaftlichen Folgen.

Video

Eine bislang unveröffentlichte Studie der Universität Münster kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als eine Million Muslime in Deutschland anfällig für Radikalisierung sein könnten. Über die Studie hatte zunächst die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet. Grundlage ist eine repräsentative Befragung, die zwischen Juli 2023 und August 2024 durchgeführt wurde und an der 1887 Personen teilnahmen.

Die Studie definiert eine sogenannte „Ressentiment“-Gruppe: Dazu zählen Muslime, die sich in besonderer Weise in ihrer persönlichen Weltanschauung gekränkt sehen, starke antiwestliche oder antisemitische Feindbilder pflegen und zugleich eine geringe Kritikfähigkeit zeigen. Laut der Untersuchung gehören rund 20 Prozent der Befragten dieser Gruppe an. Abgefragt wurden unter anderem Aussagen wie, ob der Islam die einzige und letztgültige Autorität sein solle oder ob die Gesetze der Scharia den deutschen Gesetzen überlegen seien. Innerhalb der „Ressentiment“-Gruppe gaben den Angaben zufolge rund zehn Prozent an, auch Gewalt einsetzen zu wollen, um ihre religiösen oder gesellschaftlichen Ziele durchzusetzen.

Einordnung der Religionspsychologin

Die an der Studie beteiligte Münsteraner Religionspsychologin Sarah Demmrich erklärte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung, mit der „Affektlage des Ressentiments“ habe man einen neuen und starken Radikalisierungsfaktor aufgedeckt. Ihrer Einschätzung nach müsse künftig die innerislamische Kritikfähigkeit gestärkt werden, um reflexive Auseinandersetzungen mit religiösen und gesellschaftlichen Fragen zu fördern.

Die Moderatoren der „Morgenstern Show“ ordneten die Zahlen in ihrem Video ein und wiesen darauf hin, dass die Universität Münster ebenso wie die Neue Osnabrücker Zeitung nicht als besonders konservativ ausgerichtet gelten. Zugleich äußerten sie Zweifel an der Aussagekraft der Erhebung, da Formulierung und Reihenfolge von Fragen Umfrageergebnisse in bestimmte Richtungen lenken könnten. Die geschätzte Zahl der in Deutschland lebenden Muslime bezifferten sie auf rund 5,5 Millionen.

Beispiele aus Medienberichten

Zur Untermauerung ihrer Einschätzung verwiesen die Moderatoren auf einen Beitrag des MDR, in dem muslimische Männer in einem Supermarkt zum Rollenbild von Mann und Frau im Islam befragt wurden. Mehrere Befragte äußerten dabei, Frauen dürften nicht arbeiten und müssten sich um Haushalt und Familie kümmern. Laut dem MDR-Beitrag lehnten zahlreiche angefragte Moscheen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine Stellungnahme zum Thema Rollenbilder und Gewalt gegen Frauen im Islam ab. Einzig die Ahmadiyya-Gemeinde in Leipzig sei bereit gewesen, Fragen zu beantworten. Die Moderatoren wiesen darauf hin, dass die Ahmadiyya innerhalb der islamischen Glaubensgemeinschaften als Sekte gilt und weltweit verfolgt wird, weshalb sie als repräsentativ für den Islam insgesamt nicht geeignet sei.

Originalbeitrag von Boris von Morgenstern

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