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Sachsen-Anhalt: Die AfD gewinnt – und die Medien drehen durch | NIUS Schlagzeilen

Veröffentlicht am 7. September 20263 Min. Lesezeit557 Wörter

Nach dem AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt sorgen Kommentare von MDR, ZEIT und Deutschlandfunk für Debatten. NIUS kritisiert die mediale Reaktion als überzogen, während internationale Medien wie die Financial Times von einem Rückschlag für Bundeskanzler Friedrich Merz sprechen.

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Nach dem Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD laut Hochrechnungen auf rund 44 Prozent kam, haben zahlreiche Medien mit scharfen Kommentaren reagiert. Im Mittelpunkt der Kritik von NIUS steht unter anderem ein Kommentar der MDR-Chefredaktion mit dem Titel „Dieser Wahlsieg ist erst der Anfang“. Darin wird vor einer möglichen Regierungsbeteiligung der AfD gewarnt und das Ergebnis als Abrechnung mit der CDU beschrieben, der es über Jahre nicht gelungen sei, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Kritisiert wurde zudem eine Aussage der Grünen-Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, Jibora Seitlitz, die das hohe AfD-Ergebnis unter anderem darauf zurückführte, dass viele Menschen kein Fernsehen mehr schauten. NIUS verwies in diesem Zusammenhang auf eigene hohe Zuschauerzahlen während der Wahlberichterstattung.

Kritik an Deutschlandfunk-Sendung

Besondere Erwähnung fand eine mehrstündige Call-in-Sendung des Deutschlandfunk am Wahlabend, in der Hörerinnen und Hörer über ihre Ängste angesichts des Wahlergebnisses sprechen konnten. NIUS beschreibt das Format als „Selbsthilfegruppe“ und wirft dem Sender vor, das Wahlergebnis vorwiegend als Bedrohung für die Demokratie dargestellt zu haben.

Auch ein Kommentar von Jochen Wegner in der ZEIT mit dem Titel „Der blaue Sturm“ wurde thematisiert. Darin heißt es, die liberale Demokratie brauche nun den „Schutz der deutschen Mehrheit“. Wegner bezieht sich zudem auf sozialwissenschaftliche Studien und den Politikwissenschaftler Francis Fukuyama, wonach ein Teil der Wählerschaft aus Unzufriedenheit mit dem Status quo oder aus einer Sehnsucht nach Veränderung radikalere Parteien wähle, auch wenn es ihnen wirtschaftlich gutgehe. In diesem Zusammenhang wird der Begriff der „fragilen Demokraten“ angeführt, also Menschen, die sich zwar zur Demokratie bekennen, aber offen für autoritäre Alternativen seien.

Internationale Reaktionen

International sorgte das Wahlergebnis ebenfalls für Aufsehen. Die britische Financial Times berichtete von einem schweren Rückschlag für Bundeskanzler Friedrich Merz und schrieb, der Druck auf die CDU wachse, ihre strikte Abgrenzung zur AfD zu überdenken. Ohne eine solche Öffnung drohten in einzelnen Bundesländern komplizierte Bündniskonstellationen mit Parteien links der Union. Für Merz stehe damit nicht nur die Macht in Sachsen-Anhalt auf dem Spiel, sondern auch die künftige Ausrichtung der CDU.

In der Sendung wurde zudem die Berichterstattung der taz kritisiert, die die AfD in einer Grafik als braunen Balken dargestellt habe. Den Kommentatoren zufolge zeige sich in Teilen der Medienlandschaft eine mangelnde Bereitschaft, das Wahlergebnis als demokratische Willensäußerung zu akzeptieren. Stattdessen werde vielfach von einer „Zäsur“ gesprochen, was aus ihrer Sicht als Infragestellung demokratischer Prozesse zu verstehen sei.

Video-Beschreibung

Nach dem AfD-Wahlerfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bricht ein wahrer Empörungssturm los in den Redaktionsstuben von MDR, Zeit und Deutschlandfunk aus. Während der MDR bereits vor den Folgen für die gesamte Bundesrepublik warnt, schreibt die Zeit in ihrem Kommentar „Der blaue Sturm“ allen Ernstes, es sei „beunruhigend, wie ruhig es in Deutschland ist“ – und deutet an, der Widerstand gegen das Wahlergebnis müsse sich künftig bis ins Fitnessstudio und auf den Wochenmarkt ausweiten.

Beim Deutschlandfunk wiederum wurde aus einer Politiksendung kurzerhand eine anderthalbstündige Call-in-Selbsthilfegruppe, in der Anrufer live ihre Angst vor dem demokratischen Wahlergebnis verarbeiten durften.

Bei NIUS Live ordnen wir ein, warum ausgerechnet die Rekord-Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt von manchen Medien als Beleg für schwindendes Demokratievertrauen verkauft wird, was es mit dem inflationär genutzten Begriff „Zäsur“ wirklich auf sich hat und warum selbst die britische Financial Times inzwischen offen über eine mögliche Aufweichung der CDU-Brandmauer unter Friedrich Merz spekuliert.

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Originalbeitrag von NIUS

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