
Bei einer Kundgebung der AfD in Herzogenrath ist es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen AfD-Vertretern und einem Vertreter der Partei Die Linke gekommen. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die kommunale Haushaltslage, die Grundsteuer sowie gegenseitige Vorwürfe zur politischen Verantwortung.
Ein Redner, der sich als AfD-naher Kandidat für die Landesliste zum Landtag NRW vorstellte, warf der Linkspartei-Fraktion im Herzogenrather Stadtrat vor, einem Haushalt trotz Bauchschmerzen zugestimmt zu haben, ohne inhaltliche Kritik an einzelnen Punkten wie erhöhten Kita-Beiträgen, einer geplanten Grundsteuererhöhung um zehn Prozent, deren rückwirkender Erhebung, gestrichenen Festen oder einem aus seiner Sicht unterfinanzierten Jugendhaushalt zu äußern. Zudem thematisierte er den Wohnsitz eines Fraktionsmitarbeiters der AfD in Herzogenrath, der demnach im Ausland lebt und deshalb keine deutschen Steuern zahle.
Vorwürfe zu EU-Abstimmung
Der Redner verwies zudem auf ein Abstimmungsverhalten von AfD-Abgeordneten im EU-Parlament, bei dem diese nach seiner Darstellung eine Entscheidung mit Jubel und dem Ruf „Ausländer raus“ begleitet hätten. Er warf der AfD vor, auf europäischer und kommunaler Ebene Politik mitzutragen, die sie öffentlich kritisiere.
Gegenrede und Streit um Fakten
In der Erwiderung wies ein Vertreter der AfD, der als Florian angesprochen wurde, die Vorwürfe zurück. Er erklärte, der genannte Fraktionsmitarbeiter könne trotz Wohnsitz in einem anderen Land deutscher Staatsbürger sein und in Deutschland Steuern zahlen. Die schwierige Haushaltslage vieler Kommunen sei zudem nicht von der AfD verursacht worden, sondern Ergebnis vorheriger Politik. Der AfD-Vertreter bot der Gegenseite mehrfach eine Geste der Versöhnung an, indem er zum Handschlag aufforderte, was jedoch abgelehnt wurde.
Im weiteren Verlauf entspann sich ein Streit über die Herkunft der Vorgaben zur Grundsteuererhöhung. Während ein AfD-Vertreter behauptete, diese Vorgaben stammten vom nordrhein-westfälischen Landtag, widersprach ihm sein Gesprächspartner und verwies auf das Abstimmungsverhalten der AfD-Fraktion im Rat von Herzogenrath, das öffentlich einsehbar sei. Demnach lege das Land lediglich vor, dass Kommunen unterhalb einer bestimmten Defizitgrenze einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen müssten; wie dies umgesetzt werde, liege in der Entscheidung der jeweiligen Kommune. Die AfD verwies zudem auf einen aus ihrer Sicht großen Zuspruch bei der Veranstaltung, bei der nach eigenen Angaben mehr als 50 neue Mitglieder aufgenommen worden seien.
Video-Beschreibung
Am 27.06.2026 fand in Merkstein (Nordrhein-Westfalen) eine Kundgebung der AfD statt. Zu den Rednern gehörten unter anderem der Politikaktivist Serge Menga, mehrere Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie der Landesvorsitzende der AfD Nordrhein-Westfalen, Dr. Martin Vincentz.
Sascha Ulbrich, AfD Bonn, forderte die noch verbliebenen Gegendemonstranten dazu auf, die Alternative für Deutschland inhaltlich zu stellen. Florian Müller, Partei Die Linke Herzogenrath, nutzte die Gelegenheit, trat vor und ergriff das Wort, was sich zu einem Streitgespräch mit einem örtlichen AfD-Mann entwickelte. Im Anschluss kam es noch zu einer heißen Diskussion... Mehr dazu im folgenden Video.
Originalbeitrag von Utopia TV Deutschland


