
Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat bei einer Veranstaltung mit AfD-Bezug eine grundsätzliche Kritik an der politischen Entwicklung in Deutschland und Europa geäußert. In seiner Rede dankte er den Organisatoren für die Einladung und richtete Grußworte an anwesende Vertreter, darunter die AfD-Politikerin Alice Weidel. Maaßen wiederholte in diesem Zusammenhang eine frühere, umstrittene Äußerung über die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitete seine Kritik auf den amtierenden Bundeskanzler Friedrich Merz aus, dessen Rücktritt er forderte.
Im Zentrum seiner Ausführungen stand die These, die Meinungsfreiheit werde in Deutschland, Europa und weiteren westlichen Staaten systematisch eingeschränkt. Nach seiner Darstellung handle es sich dabei nicht um ein rein deutsches Phänomen, sondern um eine Entwicklung, die auch in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Großbritannien zu beobachten sei. Als Ursache nannte Maaßen politische Kräfte, die seiner Auffassung nach eine freiheitliche Demokratie ablehnten und stattdessen ein autoritäres oder totalitäres Gesellschaftsmodell anstrebten, in dem nur innerhalb eines vorgegebenen ideologischen Rahmens diskutiert werden dürfe.
Maaßen beschrieb mehrere aus seiner Sicht angewandte Mechanismen zur Einschränkung der Meinungsfreiheit. Dazu zählte er die Unterscheidung zwischen legitimer „Meinung“ und als „Hass und Hetze“ oder „Desinformation“ gebrandmarkten Positionen, die Tabuisierung bestimmter Personen, Parteien und Themen sowie gezielte Ablenkung der öffentlichen Aufmerksamkeit durch neue Themensetzungen. Als Beispiel nannte er den Verzicht mehrerer Parteien bei Kommunalwahlen in Köln, das Thema Migration im Wahlkampf auszusparen, sowie die mediale Berichterstattung über ein Treffen in Potsdam, das nach seiner Darstellung zeitlich mit den Bauernprotesten in Deutschland zusammenfiel.
Weiterhin kritisierte Maaßen die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, dem er eine einseitige politische Ausrichtung vorwarf, sowie den Umgang mit alternativen Medien durch Landesmedienanstalten. Auch den Digital Services Act der Europäischen Union brachte er in diesem Zusammenhang als Instrument zur Kontrolle von Äußerungen in sozialen Netzwerken ins Spiel. Die Rede endete an dieser Stelle, ohne dass eine abschließende Zusammenfassung seiner Position im vorliegenden Material dokumentiert ist.
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