
An der Oberschule Schleife im sächsischen Landkreis Görlitz ermittelt die Polizei gegen zwei bislang unbekannte Frauen wegen des Verdachts der Verbreitung pornografischer Inhalte an Minderjährige. Auslöser ist eine Projektwoche, die Schulleiter Jan Rehor für die neunte Klasse organisiert hatte und die nach nur einem Tag abgebrochen werden musste, wie die Junge Freiheit berichtete.
Nach Angaben von Eltern und Schülern hatte Rehor zwei Personen, die sich als nonbinär bezeichnen und ihre Namen nicht nennen wollten, ohne pädagogische Begleitung in die Klasse 9b mit 26 Schülerinnen und Schülern geschickt. Die beiden stellten sich als Studentinnen und Leiterinnen eines Theaterprojekts namens „Mut!“ vor, das nicht mit einem gleichnamigen Hamburger Theaterprojekt in Verbindung stehen soll. Sie sollten laut Schulplan an fünf Tagen den Unterricht der Schüler übernehmen, während die Lehrkräfte mit Prüfungen der zehnten Klassen befasst waren.
Pornografische Bilder im Klassenzimmer
Nach Schilderungen mehrerer Elternpaare verlangten die beiden Aktivisten von den Schülern, sich mit einem Pronomen statt mit ihrem Namen vorzustellen. Als ein Mädchen darauf bestand, mit ihrem eigenen Namen angesprochen zu werden, soll es laut einem Vater zu einer abwertenden Bemerkung über „Nazi-Sachsen“ gekommen sein. Im weiteren Verlauf führten die beiden Personen Schülerpaare mit verbundenen Augen in einen Wald und ließen die Klasse anschließend zu markierten Punkten im Klassenzimmer laufen. Danach breiteten sie aus zwei Rucksäcken mitgebrachtes Material auf dem Boden aus, darunter pornografische Fotos, die Männer beim Sex sowie unverpixelt ein entblößtes Gesäß und einen Penis zeigten. Ein Schüler fotografierte die Abbildungen, die der Jungen Freiheit vorliegen.
Kritik an fehlender Absprache
Eltern kritisieren, dass Ziel, Inhalt und Form des Projekts entgegen dem sächsischen Schulgesetz nicht vorab mit ihnen besprochen worden seien. Das Gesetz schreibt vor, dass Familien- und Sexualerziehung den Eltern rechtzeitig mitzuteilen sei. Schulleiter Rehor informierte die Eltern nach dem ersten Projekttag in einem Schreiben darüber, dass den beiden Anleiterinnen des Projekts „Mut!“ gekündigt worden sei; eine Entschuldigung enthielt das Schreiben nach Angaben der Eltern nicht. Die Projektwoche wurde daraufhin beendet, die Klasse hatte den Rest der Woche schulfrei. Eltern bemängeln zudem, dass die Vorfälle im Unterricht kaum aufgearbeitet worden seien; der Klassenlehrer habe lediglich gefragt, ob jemand ein Problem mit dem Erlebten habe.
Zwei Elternpaare erstatteten Anzeige, ein drittes wurde nach eigenen Angaben von der Polizei abgewiesen. Eine Polizeisprecherin bestätigte der Jungen Freiheit ein Ermittlungsverfahren gegen zwei weibliche Tatverdächtige im Erwachsenenalter. Einige Eltern wandten sich zudem an Gemeindevertreter und an den Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla, der laut Berichten ein Verbot bestimmter Organisationen an Schulen fordert. Anfragen an die Schulleitung blieben nach Angaben der Berichterstattung unbeantwortet; die Schule verwies auf das sächsische Kultusministerium, das den Vorfall prüft. Laut einem Antrag der Anti-Windkraft-Bewegung soll der Bürgermeister der Gemeinde Schleife aufgefordert werden, den Vorfall lückenlos aufzuklären, da die Gemeinde Träger der Oberschule ist.
Originalbeitrag von Morgenstern NEWS


