
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht einer aktuellen Umfrage zufolge unter wachsendem Druck: Laut einer INSA-Erhebung vom 30. April bis 4. Mai 2026 wünscht sich erstmals eine Mehrheit der Befragten einen Kanzler der AfD sowie eine Koalition aus CDU und AfD. Auch in Sachsen-Anhalt zeigen Umfragen zur Landtagswahl eine deutliche Verschiebung: Die AfD wird demnach bei 41 Prozent gesehen, die CDU liegt rund 15 Punkte dahinter. Zudem sollen sich 59 Prozent der Befragten Neuwahlen wünschen.
Internationale Kritik an Merz
Internationale Medien äußern sich kritisch über die Amtsführung von Merz. Die Financial Times bezeichnete ein öffentliches Auftreten von Merz vor Schülern, bei dem er sich kritisch zu einem möglichen Krieg der USA gegen den Iran äußerte, als „faszinierenden Akt der Selbstsabotage“, der den zuvor aufgebauten Kontakt zu US-Präsident Donald Trump beschädigt habe. Das Magazin Politico schrieb von einem „schrumpfenden“ Bundeskanzler, der zunächst Deutschland statt Europa hätte führen sollen. Der Economist attestierte der Regierung von Merz nach einem Jahr Erschöpfung und sprach von mangelnder Detailkenntnis, einem aufbrausenden Temperament sowie der Neigung, vor dem Nachdenken zu reden. Das britische Magazin formulierte zudem, über der Kanzlerschaft liege der „Gestank des Todes“.
Auch der Publizist Gabor Steingart äußerte sich abwertend über Merz. National wird laut Berichten der Zeitung Welt und der Bild-Zeitung von verhaltenem Applaus bei einem Auftritt vor dem Wirtschaftsrat der CDU sowie von einer Austrittswelle innerhalb der Partei berichtet, die im Verlauf der Amtszeit erhebliche Mitgliederverluste bedeuten könnte.
Kritik von Trump und zur Migrationspolitik
US-Präsident Donald Trump äußerte sich öffentlich kritisch über die Amtsführung Merz’ in den Bereichen Migration und Energiepolitik und bezeichnete dessen Arbeit als „terrible job“. Zugleich kündigten die USA an, Truppen aus Deutschland abzuziehen. Zuvor hatte Trump Merz noch für vermeintliche Erfolge bei der Energie- und Migrationspolitik gelobt.
Im Zusammenhang mit der Migrationspolitik wurde zudem auf einen Vorfall in Memmingen verwiesen, bei dem ein Mann ohne gültigen Aufenthaltsstatus einen 14-Jährigen getötet haben soll. Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas (SPD), äußerte bei einem Auftritt im Bundestag, es wandere „niemand“ in die deutschen Sozialsysteme ein. Diese Aussage steht im Widerspruch zu einer Formulierung im Koalitionsvertrag, wonach die Anreize zur Einwanderung in die Sozialsysteme reduziert werden müssten. René Springer von der AfD kritisierte in einer Bundestagsdebatte, es werde nicht dort gespart, wo hohe Ausgaben im Zusammenhang mit Zuwanderung entstünden.
Auch aus der SPD und der Linken kam Kritik an der Regierungsarbeit: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) forderte von der Bundesregierung mehr Zusammenarbeit statt Streit, während die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner die Bundesregierung als unbeliebteste seit Beginn entsprechender Aufzeichnungen bezeichnete.
Originalbeitrag von Achtung, Reichelt!


