
Ein Gericht in Budapest hat den 21-jährigen Simeon Trux, der in der Öffentlichkeit auch unter dem Namen Maja T. bekannt ist, wegen Beihilfe zu schwerer Körperverletzung zu acht Jahren Haft verurteilt. Trux, der sich selbst als nichtbinär bezeichnet, soll im Vorfeld gewalttätiger Angriffe der sogenannten Hammerbande auf mutmaßliche Rechtsextremisten Opfer ausgekundschaftet haben. Sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft legten Berufung gegen das Urteil ein. Nach der Urteilsverkündung kam es in mehreren deutschen Städten zu Protesten, bei denen unter anderem Pyrotechnik gezündet und vereinzelt Straßensperren errichtet wurden; es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Das Verfahren gegen Trux hatte im Vorfeld für Kontroversen gesorgt. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Auslieferung von Deutschland nach Ungarn zuvor als rechtswidrig eingestuft, unter anderem mit Verweis auf die Haftbedingungen für nichtbinäre Personen in ungarischen Gefängnissen. Nach Angaben aus dem Gerichtsverfahren war jedoch bereits im Vorfeld vereinbart worden, dass Trux seine Haftstrafe unabhängig vom Ausgang des Prozesses in Deutschland verbüßen werde und ein etwaiges höheres ungarisches Strafmaß an das in Deutschland geltende Höchstmaß von 15 Jahren angepasst würde.
Reaktionen aus der Politik
Martin Schirdewan, Fraktionsvorsitzender der Linken im Europaparlament, bezeichnete das Verfahren als politischen Schauprozess und sprach von einem „deutsch-ungarischen Justizskandal“. Er kritisierte, dass die Bundesregierung sich nicht ausreichend für eine Überstellung von Trux nach Deutschland eingesetzt habe. Auch die Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor äußerte sich kritisch zum Verfahren und forderte eine schnelle Überstellung nach Deutschland, während sie Gewalt gegen politische Gegner als grundsätzlich nicht legitim bezeichnete. Die Deutsche Polizeigewerkschaft Hamburg erklärte hingegen, ein Angriff mit einem Hammer sei schlicht kriminell.
Berichterstattung und Kommentierung
Mehrere Medien, darunter Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung, ordneten den Fall in Kommentaren ein. Ein Kommentar der Süddeutschen Zeitung bewertete sowohl die Angriffe mit dem Hammer als auch die Auslieferung nach Ungarn als falsch und vertrat die Position, die Haftstrafe solle in Deutschland verbüßt werden. Der Vater von Trux äußerte sich dahingehend, dass er das Urteil angesichts eines aus seiner Sicht voreingenommenen Richters erwartet habe.
Kritiker des Verfahrens und der Berichterstattung, darunter das im Video vertretene Kommentar, warfen Medien vor, die Vorwürfe gegen Trux zu verharmlosen und den Fokus einseitig auf die Auslieferungsfrage statt auf die zugrunde liegenden Gewaltvorwürfe zu legen. Zudem wurde kritisiert, dass Medien und Politik konsequent die Selbstbezeichnung „Maja“ und die nichtbinäre Identität von Trux übernommen hätten, obwohl eine rechtliche Anerkennung dieses Status nicht vorliege.
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Quellen:
Internet
Originalbeitrag von Boris von Morgenstern


