Der US-Vizepräsident JD Vance sorgte mit seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz für erhebliche Empörung in der deutschen Politik und Medienlandschaft. Seine Äußerungen wurden von Vertretern der etablierten Parteien als bizarrer intellektueller Tiefflug und ungehörige Einmischung in deutsche Angelegenheiten kritisiert. Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezeichnete die Rede als fehl am Platz auf einer internationalen Sicherheitskonferenz und warf Vance vor, Fake News und Lügen als alternative Meinungen zu legitimieren.
Besondere Brisanz erhält die Angelegenheit durch ein anschließendes Treffen zwischen Vance und AfD-Chefin Alice Weidel. Das etwa halbstündige Gespräch fand direkt im Hotel des US-Vizepräsidenten statt, obwohl die AfD nicht zur Sicherheitskonferenz eingeladen war. Dabei sollen Themen wie die Brandmauer-Debatte, Innen- und Sicherheitspolitik besprochen worden sein. Kritiker sehen darin eine direkte Unterstützung für rechtsextreme und prorussische Kräfte in Europa.
SPD-Chef Lars Klingbeil warnte vor dem Export illiberaler Politik nach Europa, während Außenministerin Annalena Baerbock betonte, dass allein die deutschen Wähler über die Bundestagswahl entscheiden würden. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen bezeichnete Vances Forderungen als Ausdruck eines fragwürdigen Demokratieverständnisses. Die Kritiker werfen der neuen US-Regierung vor, sich unzulässig in die Angelegenheiten demokratischer Partner einzumischen.
Parallel dazu wird berichtet, dass Alice Weidel auch in China als potenzielle Partnerin für eine Verbesserung der belasteten deutsch-chinesischen Beziehungen gesehen wird. Die AfD-Vorsitzende, die fließend Mandarin spricht und in China gelebt hat, könnte nach Ansicht chinesischer Beobachter eine wichtige Rolle in der künftigen Diplomatie spielen. Diese Entwicklungen verstärken die Sorgen der etablierten Parteien vor einem möglichen außenpolitischen Bedeutungsverlust.
Originalbeitrag von Kolja Barghoorn
