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JD Vance trifft Alice Weidel in München

Veröffentlicht am 3. April 20252 Min. Lesezeit366 Wörter

US-Vizepräsident JD Vance trifft sich in München mit AfD-Chefin Alice Weidel, zeigt aber kein Interesse an einem Treffen mit Bundeskanzler Scholz. Kolja Barghoorn kommentiert die politische Brisanz.

Video

Der US-amerikanische Vizepräsident JD Vance hat sich im Anschluss an seine Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit AfD-Chefin Alice Weidel getroffen, obwohl die AfD offiziell nicht zu der Konferenz eingeladen worden war. Nach Angaben des Videos sprachen beide rund eine halbe Stunde in Vances Hotel unter anderem über die sogenannte Brandmauer-Debatte, Innen- und Sicherheitspolitik. Ein Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz kam dagegen nicht zustande.

Vances Rede auf der Sicherheitskonferenz hatte im Vorfeld für erhebliche Kritik aus Politik und Medien gesorgt. Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezeichnete die Rede als „bizarren intellektuellen Tiefflug“, der auf einer internationalen Sicherheitskonferenz nichts zu suchen habe. Vance vermittle die Botschaft, dass Falschinformationen als alternative Meinungen zu akzeptieren seien und US-Unterstützung gestrichen werde, sollte Europa diese Haltung nicht übernehmen. Sie sprach von einem „nicht guten Tag für die deutsch-amerikanische Freundschaft“ und einem unübersehbaren Riss in den transatlantischen Beziehungen.

Reaktionen aus der Politik

SPD-Chef Lars Klingbeil warf der neuen US-Regierung vor, eine „illiberale Politik“ nun auch nach Europa tragen zu wollen. Dies zeige sich besonders deutlich an der offenen Unterstützung Vances für rechtsextreme und prorussische Kräfte in Europa. Außenministerin Annalena Baerbock betonte, allein die deutschen Wählerinnen und Wähler würden über den Ausgang der Bundestagswahl entscheiden. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter kritisierte im Handelsblatt ein „fragwürdiges Demokratieverständnis“ und sprach von einer „ungehörigen Einmischung“ in die Angelegenheiten eines demokratischen Partners.

Der Ersteller des Videos wies die Kritik zurück und warf den genannten Politikern und Medien wie dem Spiegel eine falsche Darstellung der Vance-Rede vor. Verteidigungsminister Boris Pistorius wurde für seine Aussage kritisiert, die AfD könne wie jede andere Partei normalen Wahlkampf betreiben, während sie gleichzeitig von der Sicherheitskonferenz ausgeschlossen bleibe.

Weidels Popularität in China

Ergänzend wurde auf einen Bericht der Neuen Zürcher Zeitung verwiesen, wonach Alice Weidel in chinesischen sozialen Netzwerken wie Douyin, Bilibili und WeChat unter dem Suchbegriff „Wahlen in Deutschland“ auf den vordersten Plätzen rangiere, noch vor Olaf Scholz und Elon Musk. Laut dem Bericht hofft Peking, dass die AfD zu besseren Beziehungen zwischen Deutschland und China beitragen könnte. Weidel hatte demnach in Wirtschaftswissenschaften über die Rolle chinesischer Banken promoviert und spricht fließend Chinesisch.

Im Video wurde die Sorge einiger etablierter Parteien vor einem möglichen Machtgewinn der AfD mit der Aussicht auf verbesserte Beziehungen zu den USA, China und Russland in Verbindung gebracht.

Originalbeitrag von Kolja Barghoorn

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