
Die Clinton Foundation, die von Bill Clinton und Hillary Clinton gegründete gemeinnützige Organisation, steht seit Jahren im Zentrum von Vorwürfen zu mangelnder Transparenz und möglicher Vermischung von Wohltätigkeitsarbeit mit politischem Einfluss. Der Historiker und Autor Colin D. Heaton zeichnet in einer Dokumentation die Entwicklung der Stiftung nach, insbesondere ihre Rolle beim Wiederaufbau Haitis nach dem verheerenden Erdbeben von 2010.
Nach der Katastrophe übernahm Bill Clinton gemeinsam mit dem damaligen haitianischen Premierminister Jean-Max Bellerive den Ko-Vorsitz der Interim Haiti Recovery Commission (IHRC), die für die Verteilung internationaler Hilfsgelder zuständig war. Internationale Geber sagten laut Dokumentation rund 13,3 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau zu. Hillary Clinton war zu dieser Zeit als US-Außenministerin für die Vergabe von Mitteln der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) an Haiti zuständig. Kritiker bemängeln, dass ein Großteil der Gelder in Beratungsleistungen, Planungsstudien und Koordinierungsausschüsse floss statt in direkte Aufbauhilfe. Als sichtbarstes Ergebnis der Bemühungen gilt der Bau des Industrieparks Caracol, für den mehrere hundert Bauern von ihrem Land vertrieben wurden und der laut Dokumentation als weitgehend gescheitert gilt.
Vorwürfe zu Spendengeldern
Die Clinton Foundation weist Vorwürfe zurück, Einfluss auf die Arbeit der IHRC genommen zu haben. Sie verweist darauf, mehr als 7.500 Landwirten geholfen zu haben, aus der Armut herauszukommen, über fünf Millionen Bäume gepflanzt sowie mehr als 2.000 Frauen durch Alphabetisierungs- und Berufsbildungsprogramme unterstützt zu haben. Ein Bericht des US Government Accountability Office aus der Amtszeit Obamas kam laut Dokumentation zu dem Schluss, dass die Pläne der von Bill Clinton mitgeleiteten Kommission nicht mit den Prioritäten der haitianischen Bevölkerung übereinstimmten, ohne dass daraus strafrechtliche Ermittlungen folgten. Auch der Schauspieler und Aktivist Sean Penn, der vor Ort an Hilfseinsätzen beteiligt war, äußerte laut Dokumentation öffentlich Kritik an der Stiftung.
Weitere Kritikpunkte betreffen ausländische Spenden aus Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Norwegen, die laut Dokumentation in die hunderte Millionen Dollar gingen. Berichten zufolge trafen 85 der 154 Spender der Stiftung sich zugleich mit Hillary Clinton, während diese Außenministerin war. Genannt wird zudem der sogenannte Uranium-One-Fall, bei dem eine US-Bergbaufirma nach Millionenspenden von Investoren an die Stiftung an ein russisches Staatsunternehmen verkauft wurde; Bill Clinton erhielt in diesem Zusammenhang laut Dokumentation ein Honorar von 500.000 US-Dollar für einen Vortrag bei einer russischen Investmentbank. Nach der Wahlniederlage Hillary Clintons 2016 gegen Donald Trump sanken die Spenden an die Stiftung Berichten zufolge von 216 Millionen auf 26,5 Millionen US-Dollar.
Die Clinton Foundation und das Democratic National Committee hätten sich zudem geweigert, ihre Spenderlisten vollständig offenzulegen, heißt es in der Dokumentation. Whistleblower sollen wiederholt auf mögliche Geldwäschestrukturen hingewiesen haben, ohne dass Behörden wie SEC, IRS, FEC oder FBI Ermittlungen aufnahmen. Die Stiftung selbst verweist demgegenüber auf positive Bewertungen durch Organisationen zur Prüfung gemeinnütziger Einrichtungen sowie auf ihre humanitäre Arbeit weltweit.
Originalbeitrag von FORGOTTEN HISTORY


