Seit 2018 hat eine Gruppe militanter Linksextremisten unter dem Namen „Hammerbande" eine Serie brutaler Überfälle auf tatsächliche oder vermeintliche Rechtsextreme verübt. Die Taten, bei denen Hämmer und Teleskopschlagstöcke zum Einsatz kamen, hinterließen Opfer mit Schädelfrakturen, zertrümmerten Jochbeinen und lebensgefährlichen Verletzungen. Was als vermeintlicher „Antifaschismus" verkauft wurde, entpuppte sich als organisierte Schwerstkriminalität — die inzwischen sogar international als Terrorismus eingestuft wird.
Die Taten: Geplante Gewalt statt spontaner Protest
Zwischen Oktober 2018 und Frühjahr 2020 verübte die Gruppe mindestens sechs dokumentierte Überfälle in Sachsen und Thüringen. Am 30. Oktober 2018 wurde ein Mann an seiner Wohnanschrift in Wurzen überfallen. Am 8. Januar 2019 attackierten Mitglieder einen Kanalarbeiter in Leipzig-Connewitz — der Mann erlitt multiple Gesichtsfrakturen, Knochenfragmente mussten mit Metallplatten fixiert werden. Am 14. Dezember 2019 wurde der Inhaber einer Gaststätte in Eisenach bewusstlos geschlagen und anschließend am Boden liegend weiter mit Schlagwerkzeugen auf Kopf und Körper traktiert.
Die Überfälle folgten einem wiederkehrenden Muster: Die Opfer wurden im Vorfeld ausgespäht, Angriffsteams reisten aus verschiedenen Städten an, und die Täter trugen einheitliche dunkle Kleidung. Es handelte sich nicht um spontane Auseinandersetzungen, sondern um sorgfältig geplante Kommandoaktionen — insgesamt wurden 13 Personen teils lebensgefährlich verletzt.
Die Köpfe: Wer hinter der Hammerbande steckt
Im Zentrum des Netzwerks standen Lina E. (geborene Engel) und ihr damaliger Lebensgefährte Johann Guntermann. Engel fungierte nach Erkenntnissen des Generalbundesanwalts als Koordinatorin, die bei Überfällen Pfefferspray einsetzte und den Rückzug kommandierte. Guntermann, der als eigentlicher Anführer gilt, entzog sich der Justiz durch Flucht und ist bis heute untergetaucht.
Zum inneren Kreis gehörten ferner Lennart Arning, Jannis Röhlig, Philipp Jonathan Mohr, Paul Müntnich und Julian Wohlfahrt. Der Kronzeuge Tobias Edelhoff zählte sich selbst zum mittleren Kreis und lieferte entscheidende Aussagen zur Struktur der Organisation. Im sogenannten Budapest-Komplex spielte Simeon T. (bekannt als „Maja T.") eine zentrale Rolle bei Angriffen auf vermeintliche Rechtsextreme in Ungarn im Februar 2023.
Die Urteile: Zwischen Nachsicht und Härte
Lina E.: Im Mai 2023 verurteilte das Oberlandesgericht Dresden sie zu fünf Jahren und drei Monaten Haft wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, mehrfacher gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Urkundenfälschung und Nötigung. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil im April 2025 und machte es damit rechtskräftig.
Lennart Arning: Drei Jahre Haft wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und mehrfacher gefährlicher Körperverletzung.
Simeon T. („Maja T."): Im Februar 2026 von einem ungarischen Gericht zu acht Jahren Haft verurteilt wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu 24 Jahre gefordert.
Hanna S.: Im September 2025 in Ungarn zu fünf Jahren Haft verurteilt für die Beteiligung an den Budapest-Angriffen.
Der Düsseldorfer Prozess: Die nächste Runde
Am 13. Januar 2026 begann vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf im Hochsicherheitstrakt ein weiteres Verfahren gegen sechs mutmaßliche Mitglieder: Paula P., Emilie D., Nele A., Moritz S., Clara W. und Luca S. Die Bundesanwaltschaft legt ihnen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung zur Last. Verhandlungstermine sind bereits bis 2027 angesetzt.
Internationale Einstufung als Terrororganisation
Im November 2025 setzte die US-Regierung unter Präsident Trump die „Antifa Ost" — den organisatorischen Überbau der Hammerbande — als „Specially Designated Global Terrorist" auf die offizielle Terrorliste. US-Außenminister Marco Rubio ordnete die Einstufung neben drei weiteren europäischen linksextremistischen Gruppen an. Für US-Bürger ist jede Unterstützung der Gruppe seither strafbar, Vermögenswerte können eingefroren und Einreisen verweigert werden.
Die Bundesregierung stufte die Gefahr durch „Antifa Ost" derweil als „gesunken" ein — eine Einschätzung, die angesichts des laufenden Düsseldorfer Prozesses, der BKA-Warnung vor Unruhen und linksextremer Anschläge auf das ungarische Kulturzentrum in Berlin zumindest diskussionswürdig erscheint.
Solidarität statt Distanzierung
Besonders irritierend bleibt die breite Solidarisierung aus dem linken Spektrum mit den Verurteilten. Unter dem Motto „Free Lina" und „Siamo tutti Maja T." zeigten sich Teile der Linkspartei, autonome Gruppen und selbst Eltern der Angeklagten im Düsseldorfer Gerichtssaal mit Transparenten und Applaus. Das BKA warnte in einem als geheim eingestuften Papier vor möglichen Ausschreitungen und Angriffen auf ungarische Einrichtungen als Reaktion auf die Urteile.
Ein Rechtsstaat, der organisierte Gewalt konsequent ahndet, verdient Unterstützung — nicht Solidarität mit den Tätern. Die Hammerbande-Verfahren sind ein Lackmustest dafür, ob Deutschland linksextreme Gewalt mit derselben Entschlossenheit verfolgt wie rechtsextreme. Die bisherige Bilanz lässt Zweifel aufkommen.



