
Die Unternehmerin Gloria von Thurn und Taxis hat im Interview mit dem Format „Achtung, Reichelt!“ am Tag der Bundestagswahl eine scharfe Bilanz der Ampel-Koalition unter Bundeskanzler Olaf Scholz gezogen. Sie sprach dabei über die vergangene Legislaturperiode, die Rolle einzelner Politiker sowie über die Rede des US-Vizepräsidenten JD Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Thurn und Taxis bezeichnete die Ampel-Regierung als eine Zeit „kollektiven Wahnsinns“ und zog Parallelen zur Wirkung von Propaganda in der Geschichte. Nach ihrer Auffassung ist die Demokratie grundsätzlich anfällig für mediale Beeinflussung. Als Beleg führte sie an, dass in den vergangenen zehn Jahren über 80 Milliarden Euro für öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF ausgegeben worden seien. Diese Summe bezeichnete sie als Mittel zur „eigenen Umerziehung“ der Bevölkerung.
Kritik an Scholz und Habeck
Zu Bundeskanzler Olaf Scholz sagte Thurn und Taxis, ihm werde vor allem Vergesslichkeit in Erinnerung bleiben, historische Bedeutung wie frühere Kanzler werde er jedoch nicht erlangen. Besonders kritisch äußerte sie sich über den früheren Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, dem sie eine Mitverantwortung für die wirtschaftliche Schwächung Deutschlands zuschrieb, etwa durch die Abschaltung von Atomkraftwerken und die zunehmende Abhängigkeit von russischem Gas. Die Politik der Grünen bewertete sie insgesamt als erfolgreich im Sinne einer angestrebten Deindustrialisierung.
Im Zusammenhang mit der Migrationspolitik sprach sie von einer finanziellen Belastung der deutschen Bevölkerung und zog einen Vergleich zum eigenen Erleben des Sozialismus in der DDR-Zeit ihrer Familie. Sie beschrieb die Stimmung im Land mit dem Bild eines „Stockholm-Syndroms“, bei dem Bürger die politische Führung trotz negativer Auswirkungen unterstützten.
Wahlprognose und Kritik an AfD-Umgang
Mit Blick auf die Bundestagswahl äußerte Thurn und Taxis die Erwartung, dass CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz zwar voraussichtlich die Wahl gewinnen, aber auf SPD oder Grüne als Koalitionspartner angewiesen sein werde. Sie bezweifelte, dass Merz seine Ankündigungen gegenüber diesen Parteien durchsetzen könne. Der AfD sagte sie in ihrer Prognose deutliche Zugewinne voraus und bezeichnete Vertreter der Partei als Patrioten, die trotz gesellschaftlicher Ausgrenzung für ihre Ziele einträten.
Zur Rede von JD Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz äußerte sich Thurn und Taxis positiv. Vance hatte darin mehr Meinungsfreiheit in Deutschland sowie eine stärkere demokratische Kontrolle der Migrationspolitik gefordert. Auch Aussagen des US-Vizepräsidenten zu Familienpolitik und Bevölkerungsentwicklung lobte sie und wertete diese als Hinweis auf einen politischen Kurswechsel in den USA.
Originalbeitrag von Achtung, Reichelt!


