Vorgelesen von einer synthetischen Stimme, etwa 2 Min.

Der Musiker und Satiriker Estéban Cortez hat mit dem Lied „Berlin, Berlin“ eine pointierte Abrechnung mit dem Zustand der deutschen Hauptstadt vorgelegt. In einem Live-Auftritt in Bannewitz präsentierte er das Stück, das in Liedform verschiedene gesellschaftliche und politische Themen Berlins aufgreift und satirisch zuspitzt.
In dem Song thematisiert Cortez zahlreiche Missstände, die er der Stadt und ihrer Verwaltung zuschreibt: Klimaproteste und deren Auswirkungen auf den Verkehr, Vermüllung öffentlicher Plätze, Silvesterausschreitungen mit Angriffen auf Polizei und Feuerwehr sowie Kriminalität rund um den Alexanderplatz. Hinzu kommen hohe Mietpreise und die Wohnsituation in der Stadt. Auch die Erste-Mai-Demonstrationen und aus seiner Sicht mangelnde Integration greift das Lied kritisch auf.
Politische Zuspitzung im Refrain
Im Verlauf des Liedes stellt Cortez einen direkten Bezug zur AfD her: Er besingt, dass Menschen sich angesichts der von ihm beschriebenen Zustände der Partei zuwenden würden. Weitere Strophen befassen sich mit der Ampel-Koalition und dem Wechsel im Kanzleramt sowie mit steigenden Energiepreisen. Auch die deutsche Teilung wird thematisiert, indem Cortez in einer Textzeile scherzhaft einen Wiederaufbau der Berliner Mauer nach dem „Ulbricht-Plan“ ins Spiel bringt.
Das Publikum wurde im Rahmen des Auftritts aufgefordert, den wiederkehrenden Refrain „Berlin, Berlin, ich kann nur noch vor dir fliehen“ mitzusingen. Der Vortrag ist als satirisches Musikstück angelegt, das gesellschaftskritische und politische Beobachtungen pointiert und überspitzt in Liedform verpackt.
Originalbeitrag von Estéban Cortez


