
Auf dem Bundesparteitag der Partei Die Linke im Oktober 2024 sorgte ein Zwischenfall um den Parteivorstandskandidaten Bernard Bonsu für Aufsehen. Der Vorfall wurde in einem Video des Deutschland Kurier aufgegriffen und kommentiert. Auslöser war eine Szene, in der eine Politikerin ihr Redekärtchen verloren hatte und daraufhin ein anderer Redner in Richtung einer weiteren Person rief, sie solle ihn „nicht anfassen“.
Bernard Bonsu, Mitglied des Landesverbands Niedersachsen der Partei Die Linke, hatte sich laut einer auf der Parteiwebsite veröffentlichten Bewerbung für den Parteivorstand beworben. Darin beschreibt er sich als 38-jährigen Humanisten ohne akademischen Titel, der seit zwei Monaten wieder Parteimitglied sei. Er setze sich für den Erhalt des Erfurter Parteiprogramms sowie für eine „konfliktfreudigere“ Partei ein und wolle gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann dafür wirken, dass die Partei wieder einen klaren Klassenstandpunkt gegen das kapitalistische System einnehme.
Vorwurf aus dem Jahr 2017
Im Video wird zudem ein älterer Tweet aus dem Jahr 2017 zitiert, der im Kontext der #MeToo-Debatte veröffentlicht wurde. Darin soll Bonsu laut einer damaligen Nutzerin namens Sara Rambatz geschrieben haben: „Ich wünsche dir noch mehr Nazis, die dich vergewaltigen wollen. Ich hole noch mehr Nazis.“ Die Aussage wurde im Zusammenhang mit einer Debatte über Sexismus unter Studierenden der Universität Hamburg genannt.
Weiter wird im Video ein Wortwechsel zwischen Bonsu und einem als Satiriker beschriebenen Kritiker der Partei Die Linke thematisiert, bei dem Bonsu diesem gegenüber äußerte, mehrfach beleidigt worden zu sein.
Berichterstattung und Einordnung
Das Video verweist zudem auf eine Berichterstattung der Tagesschau über den Parteitag, in der von einem „Neuanfang mit Silberlocken“ die Rede war. Gemeint waren damit die früheren Spitzenpolitiker Gregor Gysi (76), Bodo Ramelow (68) und Dietmar Bartsch (66), die erneut für den Bundestag kandidieren wollen. Sie hoffen, über Direktmandate trotz eines möglichen Scheiterns an der Fünf-Prozent-Hürde eine Fraktion der Partei Die Linke im Bundestag zu ermöglichen. Diese Möglichkeit des deutschen Wahlrechts wird im Video kritisch kommentiert.
Originalbeitrag von Deutschland Kurier


