Bernard Bonsu, ein 38-jähriger Politiker aus dem niedersächsischen Landesverband der Linkspartei, sorgte auf dem jüngsten Parteitag für erhebliche Aufmerksamkeit. Der seit zwei Monaten wieder als Parteimitglied aktive Bonsu kandidierte für den Parteivorstand und beschreibt sich selbst als "rebellischen Geist" und "konfliktfreudigen" Humanisten. In seiner Bewerbung betont er seinen Wunsch, die Partei wieder zu einem klassenkämpferischen Standpunkt gegen das kapitalistische System zu führen.
Während einer Diskussion auf dem Parteitag kam es zu einem Zwischenfall, als Bonsu, der im Rollstuhl sitzt und eine Sprachbehinderung hat, lautstark "Fass mich nicht an" rief, nachdem eine andere Politikerin ihm helfen wollte. Dieser Vorfall verdeutlichte die angespannten Verhältnisse innerhalb der Partei und steht exemplarisch für die internen Konflikte, die die Linke derzeit prägen.
Bonsu ist bereits in der Vergangenheit durch kontroverse Äußerungen aufgefallen. Aus dem Jahr 2017, zur Zeit der MeToo-Bewegung, ist ein Tweet dokumentiert, in dem er einer Studentin der Universität Hamburg mit sexualisierter Gewalt gedroht haben soll. Der entsprechende Beitrag wurde von einer anderen Nutzerin veröffentlicht, die Sexismus unter Studierenden anprangerte.
Auch bei anderen Gelegenheiten kam es zu Auseinandersetzungen mit Bonsu. So berichtete der Satiriker Bijan Tavassoli von mehrfachen Beleidigungen und körperlichen Übergriffen durch den Politiker. Diese Vorfälle werfen Fragen über die Kandidatur Bonsus für den Parteivorstand auf und illustrieren die Herausforderungen, vor denen die Linkspartei bei ihrer angestrebten Neuausrichtung steht.
Originalbeitrag von Deutschland Kurier