Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern sorgte der Linke-Abgeordnete Dirk Brun für einen Eklat, als er AfD-Politiker in der ersten Reihe während einer Debatte über den Abschuss von Wölfen als "Arschlöcher" bezeichnete. Der an Parkinson erkrankte Politiker behauptete zudem, AfD-Abgeordnete hätten sein krankheitsbedingtes Zittern nachgeäfft. Landtagspräsidentin Birgit Hesse von der SPD erteilte Brun daraufhin einen Ordnungsruf.
Die beiden namentlich angesprochenen AfD-Abgeordneten Enrico Schuld und Tore Stein wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. Stein erklärte, er weise es aufs Schärfste zurück, Menschen aufgrund einer Erkrankung verächtlich zu machen. Schuld äußerte sich enttäuscht über Bruns Verhalten. Beide Politiker bestreiten vehement, Bruns Parkinson-Symptome nachgeahmt zu haben.
Als Reaktion auf die Vorwürfe forderten die AfD-Politiker über ihren Anwalt eine Unterlassungserklärung von Brun und stellten Strafanzeige wegen Beleidigung und übler Nachrede. In der Unterlassungserklärung wird eine Vertragsstrafe von 10.000 Euro für den Fall einer Wiederholung gefordert. Die Anwälte argumentieren, die Äußerungen seien falsch und verletzten die Rechte ihrer Mandanten.
AfD-Landessprecher Schuld vermutet hinter Bruns Äußerungen eine orchestrierte Aktion der Linksfraktion. Er kritisiert, dass die Rede in sozialen Medien verbreitet wurde, ohne die Zurückweisung der Vorwürfe durch die AfD zu erwähnen. Obwohl die Debatte noch stundenlang andauerte, will niemand die angebliche Nachahmung bemerkt haben.
Der Vorfall erinnert an einen ähnlichen Eklat aus dem Jahr 2020, als Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow einem AfD-Politiker den Mittelfinger zeigte und ihn als "widerliche Drecksache" bezeichnete. Ramelow wurde dafür zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt. Die AfD-Fraktion kündigte an, im Fall einer Verweigerung der Unterlassungserklärung den Rechtsweg zu beschreiten.
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