
Ein YouTuber hat in einem Video den Nachrichtensender Spiegel TV sowie das Magazin Der Spiegel kritisiert und dabei einen Mitarbeiter des Verlags vor der Berliner Redaktion mit laufender Kamera konfrontiert. Anlass der Aktion war eigenen Angaben zufolge eine Recherche zu einem orthodoxen Kloster in Deutschland, über das Spiegel TV zuvor berichtet und dabei den Abt mit Vorwürfen zu Verbindungen in die rechtsextreme Szene konfrontiert hatte. Der YouTuber entschied sich daraufhin, dieselbe Methode – das unangekündigte Filmen und Befragen von Personen vor Ort – bei einem Spiegel-Mitarbeiter anzuwenden.
Bei der gezeigten Begegnung wirkte der angesprochene Mitarbeiter des Verlags zurückhaltend und unwillig, Fragen zu beantworten. Im Gespräch fiel unter anderem der Vorwurf, es handle sich um russische Propaganda. Die Situation wurde von beiden Seiten als angespannt beschrieben. Der YouTuber merkte im Nachhinein an, er habe den Mitarbeiter eine Woche später erneut getroffen; dieses Gespräch sei freundlich verlaufen, und er habe klargestellt, ihm persönlich keine bösen Absichten zu unterstellen, da sich die Kritik gegen den Spiegel als Institution richte.
Inhaltlich stützte der YouTuber seine Medienkritik auf einen Vergleich von Trefferzahlen bei der Suche auf der Spiegel-Onlineseite: Demnach ergäben Suchanfragen zu Begriffen wie „rechtsextrem“ deutlich mehr Ergebnisse als zu „linksextrem“. Auch die Berichterstattung zu einzelnen Gewalttaten – etwa dem Tod der ukrainischen Geflüchteten Iryna Zarutska in den USA im Vergleich zur Berichterstattung über George Floyd – wurde als Beleg für eine vermeintlich einseitige redaktionelle Ausrichtung angeführt. Zudem wurde auf eine finanzielle Zuwendung der Bill & Melinda Gates Foundation an den Spiegel verwiesen sowie kritisiert, dass das Magazin in einem Artikel über Gewalt gegen Politiker aus dem Umfeld einer Stiftung zitierte, die häufiger Gegenstand rechter Kritik ist.
Der Spiegel äußerte sich in dem Video nicht direkt zu den erhobenen Vorwürfen. Die dargestellten Einschätzungen und Vergleiche stammen ausschließlich aus der Perspektive des Video-Erstellers.
Video-Beschreibung
Der Spiegel schickt gern seine Reporter mit laufender Kamera vor die Tür von Leuten und stellt anklagende Fragen – diesmal hab ich den Spieß umgedreht und genau das mit einem von ihnen gemacht. Spoiler: Er war nicht begeistert.
Drumherum nehm ich mir den Spiegel mal richtig zur Brust – ein Stück Medienkritik über eines der größten Mainstream-Medien des Landes: wie einseitig die Berichterstattung läuft („rechtsextrem" vs. „linksextrem" in der Spiegel-Suche), wer den Laden eigentlich mitfinanziert, wie aus linken Verbrechen im Framing plötzlich „Aktivismus" wird – und warum bei Gewalt gegen Politiker am Ende oft die Falschen als Täter dastehen.
Es geht um Framing, Doppelmoral und die Frage, wie ehrlich unsere großen Medien mit Meinungsfreiheit und Regierungskritik wirklich umgehen.
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⏱️ Kapitel:
00:00 Warum ich den Spiegel jage
02:58 Die Konfrontation vor der Kamera
06:32 Stiftungs-Millionen & billige Vergleiche
10:24 Gewalt gegen Politiker & die Antifa-Frage
16:46 Die fragwürdige Studie & das Finale
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Originalbeitrag von Nikolai Binner


