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Parteitag der Partei Die Linke in Halle

Veröffentlicht am 18. August 20264 Min. Lesezeit726 Wörter

Ein kurzer Ausschnitt vom Parteitag der Partei DIE LINKE in Halle.

Parteitag der Partei DIE LINKE in Halle

Update 08/2026: Dieser Beitrag wurde am Ende um einen Nachtrag ergänzt — ein Vergleich des Polizeieinsatzes beim Parteitag der LINKEN in Halle 2024 mit dem Großeinsatz beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt im Juli 2026, inklusive Quellenangaben.

Alexandra Hermann kandidiert für den Bundesvorstand der Partei DIE LINKE und setzt sich dabei für mehr Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der Parteistrukturen ein. Hermann, die dem dritten Geschlecht angehört und beruflich als Softwareentwicklerin tätig ist, kritisierte auf dem Parteitag in Halle die aktuelle Satzung der Partei.

Die Kandidatin verwies darauf, dass in Deutschland offiziell drei Geschlechter anerkannt sind, die Parteisatzung in Paragraph 10 jedoch nur zwei Geschlechter berücksichtige. Diese Diskrepanz führe zu einer strukturellen Benachteiligung des dritten Geschlechts, das als "absolutes Minderheitengeschlecht" noch weniger Beachtung finde als andere Gruppen.

Hermann betonte ausdrücklich, dass sie die feministische Ausrichtung der Partei und die besonderen Rechte für Frauen unterstütze. Gleichzeitig forderte sie jedoch, dass auch das dritte Geschlecht in den Parteistrukturen angemessen repräsentiert werde, da dieses bislang ignoriert worden sei.

Als Delegierte der ökologischen Plattform möchte Hermann zudem ökologische Aspekte stärker in die Entscheidungsfindungen des Parteivorstands einbringen. Sie kündigte an, ihre beruflichen Erfahrungen als Softwareentwicklerin sowie ihre Perspektive als diverse Person in die Vorstandsarbeit einzubringen, um die Partei in diesen Bereichen zu unterstützen.

Originalbeitrag von Frank Lehmann

Nachtrag (August 2026): Der Polizeieinsatz in Halle — und der in Erfurt

Der Bundesparteitag der Partei DIE LINKE vom 18. bis 20. Oktober 2024 in Halle (Saale) verlief ohne nennenswerten Polizeieinsatz. Es gab keine Sperrzonen, keine überregional mobilisierten Blockadebündnisse, keine Wasserwerfer. In der Berichterstattung taucht die Veranstaltung ausschließlich als politisches Ereignis auf — gewählt wurden Ines Schwerdtner und Jan van Aken —, nicht als Sicherheitslage.

Ein Vergleich mit dem jüngsten AfD-Bundesparteitag zeigt ein völlig anderes Bild. Beim 17. Bundesparteitag der AfD am ersten Juli-Wochenende 2026 in Erfurt waren nach Angaben der Landespolizeidirektion Thüringen mehrere tausend Einsatzkräfte aus Thüringen, dem übrigen Bundesgebiet und von der Bundespolizei im Einsatz, unterstützt von Wasserwerfern, Hubschraubern und Reiterstaffeln. Das ZDF bezeichnete den Einsatz als den größten in Thüringen seit der Wiedervereinigung. Rund 31.000 Menschen beteiligten sich an mehr als 30 angemeldeten Versammlungen.

Die Einsatzbilanz der Polizei: elf leicht verletzte Beamte sowie zunächst 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten bis Sonntagmittag. Später korrigierte die Behörde auf 74 Straftaten und Ermittlungen gegen 35 Beschuldigte; hinzu kamen 82 bereits im Vorfeld erfasste Delikte. Zu den größeren Lagen zählten der Verdacht auf Landfriedensbruch nach einem Durchbruchversuch von rund 250 Personen im Bereich Frienstedt sowie Angriffe auf Medienschaffende und Live-Streamer. Mehrere Drohnen wurden in der eingerichteten Verbotszone sichergestellt.

Woher die Asymmetrie kommt

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Parteibuch der Tagenden, sondern in der Gegenmobilisierung. Gegen AfD-Parteitage mobilisieren seit Jahren bundesweite Bündnisse mit dem erklärten Ziel, die Anreise der Delegierten physisch zu verhindern — in Essen 2024, in Riesa 2025 und bei der Gründung der Parteijugend in Gießen ebenso wie in Erfurt. Gegen Parteitage der LINKEN existiert nichts Vergleichbares. Die Polizei dimensioniert ihren Einsatz nach der angekündigten Lage, nicht nach der Ausrichtung des Veranstalters; rechtlich ist sie ohnehin verpflichtet, jeder nicht verbotenen Partei die Durchführung eines Parteitags zu ermöglichen.

Wer aus dem Vergleich Halle/Erfurt eine polizeiliche Ungleichbehandlung ableiten will, stüßt sich an genau diesem Punkt: In Halle gab es schlicht nichts abzusichern. Belastbar ist dagegen die Frage nach den Kosten und danach, wer die Eskalation auslöst — tausende Beamte werden hier gebunden, weil politische Gegner eine legale Partei am Tagen hindern wollen.

Kritik von beiden Seiten

Bemerkenswert ist, dass die Kritik am Erfurter Einsatz auch von links kam. Das Komitee für Grundrechte und Demokratie, das mit 17 Demonstrationsbeobachtern vor Ort war, nannte den Einsatz völlig überdimensioniert und warf der Polizei vor, den Parteitag faktisch wie einen Staatsakt behandelt zu haben. Das Bündnis „widersetzen“ sprach von rechtswidrigen Versammlungsverboten.

Solche Vorwürfe sind kein Erfurter Sonderfall: Beim AfD-Parteitag in Riesa im Januar 2025 wurde der sächsische Linken-Politiker Nam Duy Nguyen nach Angaben seiner Partei von einem Polizisten bewusstlos geschlagen; der Dresdner Polizeipräsident entschuldigte sich anschließend für den Vorfall. Polizeikritik nach Großeinsätzen dieser Art kommt regelmäßig aus beiden politischen Lagern.

Quellen

• DIE LINKE: Hallescher Parteitag 2024

• ZDFheute, 4. Juli 2026: AfD-Parteitag: Blockadeversuche von Demonstranten scheitern

• Landespolizeidirektion Thüringen, 5. Juli 2026: Bilanz zum Einsatz anlässlich des 17. Bundesparteitags der AfD

• Berliner Zeitung, Juli 2026: 74 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten gemeldet

• Komitee für Grundrechte und Demokratie: Demonstrationsbeobachtung Erfurt, 4. Juli 2026

• ZDF, 11. Januar 2025: Demonstration gegen AfD-Parteitag: Linken-Politiker verletzt

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